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Integration: Suchen, finden, helfen

Aus- und Weiterbildung

Logistikdienstleister Fiege zeigt soziales Engagement und hat verschiedene Flüchtlingsprojekte angestoßen. Das kam auch dem eigenen Unternehmen zugute.

Fehlende Fachkräfte, zu wenig Nachwuchs: So wie die meisten Logistikdienstleister in Deutschland kämpft auch Fiege Logistik mit einem Mangel an Arbeitskräften. 2015, mitten in der Flüchtlingskrise, beschloss das Unternehmen mit Sitz in Greven deshalb, neue Wege in Sachen Mitarbeitergewinnung zu gehen. „Wir wollten uns einerseits sozial für Flüchtende engagieren und anderseits eine Möglichkeit finden, unsere Belegschaft zu vergrößern. Deshalb haben wir unter dem Motto ‚Vielfalt in Bewegung‘ an unterschiedlichen Standorten Projekte zur Integration gestartet“, erklärt Martina Schlottbom, Leiterin Strategisches Personalmanagement bei Fiege, die Intention. Weil nicht alle Geflüchteten gleich qualifiziert sind, setzt der Dienstleister dabei auf unterschiedliche Angebote: „Einige haben wir vorerst als Praktikanten eingestellt, damit sie in den Logistikbereich reinschnuppern können. Andere arbeiten stundenweise oder auch in Vollzeit in unseren Distributionszentren als Kommissionierer. Im Laufe dieses Jahres werden wir dann auch den ersten dualen Studenten bei uns im Unternehmen haben, der als Flüchtling hierhergekommen ist“, so Schlottbom.

Deutschkenntnisse wichtig

Besonders wichtig bei der gelungenen Integration ist laut der Expertin eine Verbesserung der Deutschkenntnisse. „Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg, egal um welche Stelle es geht. Deshalb finanzieren wir bei unserem Projekt in Bremen zum Beispiel den Deutschunterricht für unsere neuen Mitarbeiter“, erklärt die Personalexpertin. So bekommen die Flüchtlinge am Fiege-Standort in der Hansestadt nach der regulären Arbeitszeit täglich rund dreieinhalb Stunden Sprachunterricht, um sich schneller in Deutschland und im Unternehmen zurechtzufinden. Dazu sollen auch jene Fiege-Mitarbeiter beitragen, die selbst einen Migrationshintergrund haben. „Durch Kollegen, die beispielsweise arabische Sprachen beherrschen oder aus ähnlichen Kulturkreisen stammen, können wir kulturelle und sprachliche Barrieren schnell überwinden“, sagt Schlottbom. Wie die Personalleiterin betont, hat Fiege aber nicht nur von der großen Internationalität seiner Belegschaft profitiert, sondern auch vom Willen der Mitarbeiter, die Flüchtlinge im Unternehmen willkommen zu heißen. Ein Punkt, über den sich nicht nur Schlottbom anfangs große Gedanken gemacht hat: „Wir hatten Sorge, dass unsere Mitarbeiter nicht alle so begeistert von den Projekten sind und die Flüchtlinge eher als Konkurrenz betrachten. Glücklicherweise war das Gegenteil der Fall. Der Zusammenhalt in der Belegschaft ist sogar noch gewachsen.“

Durchhaltevermögen gefragt

Trotz aller Erfolge gab es aber auch Rückschläge innerhalb der vergangenen anderthalb Jahre, wie Schlottbom einräumt. Vor allem bei der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen bürokratischen Instanzen sei Durchhaltevermögen gefragt gewesen. Und auch die Personalleiterin selbst musste ein paar Dinge dazulernen – etwa in puncto Job-Interviews. „Klassische Bewerbungsgespräche wie wir sie in Deutschland kennen, haben bei den Flüchtlingen eher zu Verwirrung geführt. Viele waren es aus ihren Heimatländern gewöhnt, auf der Straße für Jobs angeworben zu werden, ohne formalen Prozess.“ Deshalb entschloss sich Fiege nach Rücksprache mit einer Integrationsberaterin der Agentur für Arbeit, sogenannte Hospitationstage einzuführen, an denen sich Interessierte am jeweiligen Standort umsehen können. Anschließend soll ein gemeinsames Mittagessen dabei helfen auszuloten, ob der Kandidat ins Team passt und sich selbst wohlfühlt. „Damit haben wir überraschend viele positive Erfahrungen gemacht“, sagt Schlottbom. „Deshalb möchten wir mit unseren Integrationsprojekten auch unbedingt weitermachen und gleichzeitig diejenigen an unser Unternehmen binden, die wir in diesem manchmal nicht ganz einfachen Prozess gefunden haben.“ Sandra Lehmann

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