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Rückblick: 2. BME Global Pharma Supply Chain Congress


KONFERENZ

Der zweite BME Global Pharma Supply Chain Congress in Frankfurt zeigte, dass auch im Pharmasektor die digitale Zukunft begonnen hat. Neue Kenntnisse, nicht zuletzt im Interpretieren von Daten, sind gefragt.

Wenn es nach Jonathan Stambolis geht, kann man in Zukunft dank künstlicher Intelligenz sogar die Zahl von Malariafällen in Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern ziemlich exakt vorhersagen. Stambolis ist Gründer und CEO von Zenysis Technologies, eines Anbieters von Datenanalyse-Software aus dem Silicon Valley. Auf dem zweiten „BME Global Pharma Supply Chain Congress“, der vom 21. bis 23. März im Frankfurter Hotel Marriott stattfand, stellte Stambolis am Beispiel des äthiopischen Gesundheitssystems vor, wie sich Daten über Analysetools für eine bessere Patientenversorgung auswerten lassen. Äthiopien ist stark dezentralisiert und in Hunderte von Verwaltungsdistrikte unterteilt. Mithilfe der IT könne man zum Beispiel die Zahl der erfassten Malariafälle mit der Zahl der vor Ort verfügbaren Moskitonetze abgleichen, erklärte Stambolis in seinem Vortrag. Sowohl Patienten- als auch Artikeldaten gelte es zu analysieren, um die Distribution zu optimieren.

Wettbewerb um Talente

In der anschließenden Podiumsdiskussion zeigte sich der Experte aus dem Silicon Valley auch davon überzeugt, dass die Bedeutung von sogenannten Data Scientists wächst. „Wir treten in eine Phase ein, in der die Verfügbarkeit von Daten die Fähigkeiten und Möglichkeiten, die Daten zu interpretieren und zu nutzen, überschreitet“, machte Stambolis deutlich. Ein Fazit der Diskussionsrunde, die von Alessandro de Luca, Chief Information Officer im Bereich Healthcare des Pharmaunternehmens Merck, moderiert wurde, lautete daher, dass neue Kenntnisse und damit Data Scientists für das Supply Chain Management gefragt seien.
Der Wettbewerb um die Talente sei in vollem Gange. Auf dem „2nd BME Global Pharma Supply Chain Congress“ in Frankfurt beschäftigten sich die rund 300 Teilnehmer mit nichts Geringerem als der Zukunft des internationalen Gesundheitswesens. Zudem sollte die auf Englisch abgehaltene Fachtagung den Managern eine neutrale, professionelle Plattform bieten, um zu diskutieren, „wie die globalen pharmazeutischen Lieferketten die Versorgung von Patienten in Entwicklungsländern und Krisengebieten spürbar verbessern können“, sagte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des gastgebenden Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME), in seiner Eröffnungsrede.

Patienten besser versorgen

Der Themenschwerpunkt „Global Health“ fokussierte die zentrale Rolle der Supply Chain als Schlüsselfunktion für den weltweiten Zugang der Patienten zu hochwertiger medizinischer Versorgung. Im Sinne der „Patientenzentriertheit“, einem weiteren Topthema auf der Fachtagung, gab der Veranstalter BME die Zielrichtung vor, einen ganzheitlichen Blick auf die Wertschöpfungskette zu werfen – mit dem Patienten im Mittelpunkt.
Dabei ging es um die fortschreitende Digitalisierung der Supply Chain sowie die Suche nach innovativen End-to-End-Lösungen. Denn was auf der Fachtagung mehrfach betont wurde: Die digitale Zukunft hat auch im Pharmasektor längst begonnen. Laut Prashant Yadav, Director Healthcare Research im William Davidson Institute an der Universität von Michigan, ändert sich in Verbindung mit dem 3D-Druck die Länge der Supply Chains grundlegend: Nach seiner Ansicht werden „wir nicht mehr von langen Lieferketten abhängig sein“.
Wegen der fortschreitenden Urbanisierung, auch in Afrika, würden sich neue Technologien schneller verbreiten. Im Falle sich ausbreitender Pandemien helfe Social Media, diese zu verfolgen und binnen Kurzem einzudämmen.
Das bringe, wie der Fachmann betonte, neue Chancen, um Patienten schneller mit Medikamenten zu versorgen. „Neue Geschäftsmodelle und Techniken werden in den Supply Chains im Gesundheitswesen disruptive Veränderungen bewirken“, sagte Yadev. Dr. Fabian Wahl, Vice President New Business Group Innovation bei Merck, berichtete auf der Pharmalogistiktagung über das Leid, das Produktfälschungen verursachen.
Bis zu eine Million Menschen würden jährlich wegen toxischer nachgeahmter Arzneimittel ihr Leben verlieren. Auch im Kampf gegen die Fälscher eröffne die Digitalisierung neue Möglichkeiten: So stellte Wahl eine auf Markern, die auch direkt in das Produkt eingebracht werden können, und dem Blockchain-Ansatz fu­ßende Lösung vor, mit der die Echtheit von Medikamenten über die Lieferkette hinweg eindeutig feststellbar sein soll.

Aus Frankfurt berichtet Matthias Pieringer.



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