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Umweltverträgliche Wertschöpfungskette bei Danone Waters

Strategie

Bei der Ein- und Auslagerung von Mineralwasser setzt Danone Waters Deutschland im neuen Lager bei Worms auf modernste Technik. Und beim Transport der Flaschen wird der Umweltschutz groß geschrieben.

Nachhaltigkeit ist bei Danone ­Waters kein bloßes Lippenbekenntnis: Um die Kohlendioxid­emissionen pro Liter Mineralwasser bis zum Jahr 2012 um 40 Prozent zu senken, ergreift der Branchenprimus für Mineralwasser in Deutschland seit etwas mehr als drei Jahren Initiative in fast allen Unternehmensbereichen. „Wir haben in den vergangenen Jahren unsere gesamte Wertschöpfungskette darauf ausgerichtet, dass unsere natürlichen Mineralwässer Volvic, Evian und Badoit mit optimaler Effizienz und Umweltverträglichkeit in den Handel gelangen“, beschreibt Heiko Gerling, Supply Chain Director bei Danone Waters Deutschland (DWD), den Anspruch, der sich hinter dieser Zielsetzung verbirgt.
Projekte, die auf eine Optimierung der Verpackungs- und Logistikprozesse abzielen, bringen in der Ökobilanz der deutschen Tochter des französischen Danone-Konzerns den größten Effekt. „Unsere Berechnungen aus dem Jahr 2008 haben ergeben, dass sich die Emissionen im Transport- und Logistikbereich um etwa 30 Prozent senken lassen“, sagt der DWD-Logistikchef. „Im Zuge der Neuausrichtung unserer logistischen Prozesse haben wir uns daher zunächst auf den Aufbau eines leistungsfähigen und flexiblen regionalen Standortkonzeptes konzentriert, das unserem Umschlagwachstum in gleichem Maße Rechnung trägt wie unserer saisonal schwankenden Umschlagleistung“, sagt Gerling.
Im Hinblick auf die ökologische Zielsetzung plant Danone Waters Deutschland in einem parallel verlaufenden Schritt sukzessive auch die Transportlogistik zu verändern: „Unser Ziel ist es, zeitnah sämtliche Warentransporte zwischen den französischen Quellen und unseren deutschen Regionallagerstandorten auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn zu verlagern“, so Gerling. Im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen den französischen Werken und den deutschen Regionallägern lassen sich damit rund 28.000 Lkw-Fahrten pro Jahr einsparen.


Kunden lieben Kisten

Dass die Umsetzung dieses Vorhabens weitaus mehr als nur Gleisanschlüsse an den drei Regionallagerstandorten Hockenheim, Duisburg und Worms erfordert, erklärt sich mit der Besonderheit des deutschen Mehrwegsystems: Folienumwickelte Sixpacks, sogenannte Shrinks, sind zwar äußerst platzsparend und eignen sich dadurch hervorragend für den Einsatz auf der langen Transportstrecke von Frankreich nach Deutschland. Bei den regionalen Materialkreisläufen direkt in den Endverbrauchermärkten punktet jedoch zunehmend wieder die Mehrwegkiste. „Um die Vorteile beider Verpackungslösungen optimal zu kombinieren, haben wir in unseren regionalen Logistikzentren sogenannte Sortier- und Crating-Anlagen installiert, die ein komplett automatisches Umpacken von der folienumwickelten Sechserpackung direkt in die Kisten ermöglichen“, sagt Gerling. Der DWD-Logistikchef hebt hervor, dass sich die Lösung aber auch unter ökologischen Gesichtspunkten bezahlt macht: Statt der sperrigen Leergutkisten müssten in der Reverse-Logistik nämlich nur noch die zu Ballen gepressten Folien ins Produktionsland zurückbefördert werden, wo sie zu 100 Prozent recycelt und anschließend wiederverwertet werden könnten.

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Mit der zeitlich versetzten Eröffnung der drei DWD-Regionallagerstandorte ist es gelungen, die Leistung der Sortier- und Umverpackungsanlagen stetig weiter zu optimieren. Im Water Warehouse Worms – dem jüngsten der drei Lagerstandorte, der von dem Wormser Logistikunternehmen Trans Service Team (TST) betrieben wird – zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Automatisierungsprozesses nunmehr auf einem neuen konzeptionellen Niveau.
In dem im Februar in Betrieb gegangenen Logistikzentrum wird viermal pro Woche eine Ganzzugladung mit Mineralwasserflaschen aus den französischen Quellorten Volvic, Evian und Badoit eingelagert, konfektioniert und an den Groß- und Einzelhandel im Süden der Republik distribuiert. Der auf industrielle Fertigungslogistikprozesse spezialisierte Logistikdienstleister hat die intralogistischen Prozesse der Ein- und Auslagerung dabei weitgehend automatisiert: „Per DFÜ-Anbindung erhalten wir sämtliche Artikelstamminformationen etwa zwei bis drei Tage vor dem Eintreffen des Güterzuges“, sagt Michael Küppers, Sprecher der Geschäftsführung bei TST. Diese Informationen bilden die Voraussetzung dafür, dass die Paletten mithilfe des Staplerleitsystems durchgehend chargenrein durch das Logistikzentrum bewegt werden können.
Die Crating-Anlage, die TST nach den Vorgaben von Danone Waters Deutschland und mit Unterstützung eines regionalen Maschinenbauers umgesetzt und weiterentwickelt hat, bildet auf der 200.000 m² umfassenden Logistikfläche den Dreh- und Angelpunkt für alle weiteren Prozesse: Bevor die vom Handel in den Kreislauf zurückgeführten Mehrwegkästen neu befüllt werden können, müssen die Kisten zunächst die Fremdflaschenerkennung durchlaufen. PET-Flaschen anderer Hersteller werden an dieser Stelle aussortiert und anschließend zu Plastikpaketen gepresst. Die durch den Flaschenausstoßer vollständig entleerten Mehrwegkisten durchlaufen im nächsten Prozessschritt eine Kastenwaschanlage.

Damit die leeren und gewaschenen Wasserkästen wieder vollständig chargenrein mit Vollgut bestückt werden können, hat TST auch für die Befüllung der entleerten Wasserkästen einen komplexen Automatisierungsprozess initiiert: Die auf den Paletten gestapelten Sixpacks werden zunächst über ein Abrollsystem von den Paletten abtransportiert und danach mithilfe einer Aufschneidemaschine von den Shrink-Verpackungen befreit und vereinzelt.
In der Umpackungsanlage, die mit einer Stundenleistung von 59 Paletten ausgestattet ist, greifen Packtulpen 16 Kisten in einem Zug auf die an dieser Stelle durch den sogenannten Bepalettierer schon bereitgestellten Paletten. Eine Wickelmaschine sowie ein Barcodierer bilden das Ende der komplexen und bis zuletzt chargenrein organisierten Prozesskette. Die Auslieferung der Paletten an den süddeutschen Groß- und Einzelhandel übernimmt der Dienstleister zu einem großen Teil selbst. Die restlichen Transporte erledigen drei fest engagierte Speditionen.


Schiene wird wichtiger

Um in Zukunft noch mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, arbeitet das Team von DWD-Supply Chain Director Heiko Gerling zurzeit an einer Ausweitung der Kombinierten Verkehre zu den großen Logistikzentren des Handels. Dass es den Experten im Bereich der Verpackungsentwicklung in den vergangenen Jahren gelungen ist, das Gewicht der Plastikflaschen um mehr als 20 Prozent zu reduzieren, kommt der Ökobilanz der deutschen Konzerntochter dagegen schon heute zugute. „Wir verbrauchen dadurch nicht nur deutlich weniger Rohstoffe, sondern realisieren gleichzeitig auch ein spürbar reduziertes Aufkommen bei den sogenannten Secondary Transporten von unseren Regionallagern zu den Lagerstandorten des Handels“, so Gerling. „Die Summe all dieser Maßnahmen, die uns die 40-prozentige Reduktion unseres Kohlendioxid-Fußabdrucks pro Liter ermöglicht, ist ein sehr wichtiger Schritt, aber dennoch aus unserer Sicht erst der Anfang. Ich bin sicher, dass wir uns hier in den kommenden Jahren durch neue innovative Logistikansätze noch weiter verbessern können.“ jö

Autorin: Karin Walter, freie Journalistin, Hamburg

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