Lebensmittellogistik: Voller Kühlschrank ohne Besuch im Supermarkt

Hauszustellung in Österreich erforscht und umgesetzt.

Im Projekt „Food4all@home“ sind in Österreich drei Modelle für die Lebensmittelzustellung wissenschaftlich erforscht und umgesetzt worden. Seit November 2014 biete die Pfeiffer Handelsgruppe über die Vertriebstochter Unimarkt gemeinsam mit der Post AG die Hauszustellung von Lebensmitteln in Oberösterreich an, teilte die Österreichische Post kürzlich mit. Über 600.000 oberösterreichische Haushalte können per Onlineshopping ihre Einkäufe erledigen und aus drei Modellen wählen: Hauszustellung in Linz bis 21.00 Uhr, Zustellung in ganz Oberösterreich am nächsten Tag sowie Selbstabholung der Waren in Abholstationen.

Basis für die Umsetzung ist das abgeschlossene, 18-monatige Forschungsprojekt „Food4all@home“ der Partner Pfeiffer Handelsgruppe, Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr, RISC Software GmbH sowie der Österreichischen Post AG. Das Projekt hatte das Ziel, die Hauszustellung von Lebensmitteln zu erforschen. Wesentlich dabei war, zu erarbeiten, wie kostengünstige Nahversorgung unabhängig von Mobilitätssituation oder Zeiteinschränkungen sichergestellt werden kann.

Standardprozesse der Paketzustellung mit Kühlboxen nutzen

Unter der Leitung des Logistikums der FH Oberösterreich in Steyr wurden die Umsetzbarkeit, die Akzeptanz am Markt sowie die Wirtschaftlichkeit des kooperativen Betreibermodells erforscht. „Lebensmittelzustellung ist ja nicht neu. Wir haben uns gefragt, ob es nicht möglich wäre, ohne die teuren, aktiv gekühlten Fahrzeuge auszukommen, indem wir das Paket selbst kühlen“, sagte Professor Dr. Efrem Lengauer vom Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr. Das biete die Möglichkeit, „die effizienten Standardprozesse der Paketzustellung zu nutzen, was definitiv kostengünstiger ist“. Um das Projekt zu realisieren, war es nötig Kühlboxen zu verwenden, die mit den bestehenden Transport- und Sortiereinrichtungen kompatibel sind und wiederverwendet werden können. In den Behältern können die Lebensmittel den Angaben zufolge bis zu 48 Stunden kühl gehalten werden.

Verkehrsfluss einkalkulieren

Zudem entwickelte im Forschungsprojekt „Food4all@home“ der Softwarespezialist RISC ein Last-Mile-Simulationsframework, das die aktuelle Verkehrslage berücksichtigt. Damit ist es der Österreichischen Post AG den Angaben zufolge möglich, „die Auslieferungstouren zu optimieren und die exakten Lieferzeiten unter Berücksichtigung der Verkehrslage auch während der Rushhour minutengenau einzuhalten“.

Basierend auf den Erkenntnissen des Forschungsprojektes solle die Hauszustellung demnächst weiter ausgerollt werden, hieß es.


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