KEP: Amazon erobert den Wasserweg

Laut Medienberichten steigt der Versandriese ins Seefrachtgeschäft ein.


Ein eigener Zustelldienst, Ausbau der Stadtlogistik und eine hausinterne Flugzeugflotte: So wie der amerikanische Versandriese Amazon das Jahr 2015 beendet hat, so geht es für den Konzern 2016 weiter – mit großen Plänen und Investitionen. Wie Medien berichten, hat die US-Seefrachtbehörde der chinesischen Zweigstelle des Handelskonzerns eine Lizenz als Seefrachtdienstleister erteilt. Damit könne Amazon zwar keine eigenen Schiffe betreiben, aber Ladekapazitäten kaufen und als Transportdienstleister für andere Unternehmen fungieren. Mit diesem Vorstoß erobert der amerikanische Konzern nach dem Land- und Luftweg nun auch den Seefrachtbereich.

Angebot für chinesische Unternehmen

Wie Medien berichteten, ist das Angebot derzeit allerdings mehr für chinesische Unternehmen interessant denn für amerikanische. Während sich chinesische Auftraggeber von der Kooperation mit Amazon Zugriff auf deren Händlernetzwerk versprechen würden, möchten amerikanische Firmen den Angaben zufolge verhindern, dass Amazon durch die Zusammenarbeit Informationen zu Lieferanten und Preisvereinbarungen erhält.

Mehr Unabhängigkeit

Dennoch könnte der erneute Ausbau der Transportwege ein Hinweis darauf sein, dass Amazon seine Unabhängigkeitsstrategie der vergangenen Monate stringent weiterverfolgt. So verkündete der Transportverantwortliche von Amazon Deutschland, Bernd Schwenger, erst kürzlich gegenüber einem Fachmedium, dass der Konzern einen eigenen Zustelldienst aufbauen möchte, um sich so unabhängiger von Lieferanten wie DHL und Hermes zu machen und flexibler auf Engpässe im wachsenden Onlinehandel reagieren zu können. Als ersten Schritt hierzu hatte der Konzern im Oktober 2015 bereits ein Warenumschlagslager in der Nähe von München eröffnet (LOGISTIK HEUTE berichtete).

Eigene Flugzeugflotte geplant

Aus dem gleichen Grund wolle das Unternehmen für den amerikanischen Markt eine eigene Flugzeugflotte aufbauen, wie die Seattle Times im Dezember 2015 berichtete. Der Zeitung zufolge habe der Konzern vor, bei unterschiedlichen Cargobetreibern etwa 20 Frachtflugzeuge zu leasen. Die Investition bewege sich zwischen 300.000 und 600.000 US-Dollar. Der Zeitung Die Welt zufolge möchte der Versandhändler damit einem erneuten Lieferchaos entgehen, wie es sich an Weihnachten 2013 in den USA ereignet hatte. Damals konnte Amazon wie Medien berichteten in den USA aufgrund von Lieferengpässen bei den Dienstleistern UPS und Fedex nicht alle Bestellungen rechtzeitig zum Fest ausliefern.


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