Transport: Drohnen-Flughäfen für Afrika

Schweizer Initiative will mit Stararchitekt Norman Foster Droneports in Ruanda bauen.


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Wie lassen sich entlegene und schwer zugängliche Gegenden an die Grundversorgung anbinden? Mit Drohnen, meint die Initiative Afrotech, ansässig an der Schweizer Universität Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Dafür sollen nun im ostafrikanischen Ruanda ganze Drohnen-Flughäfen entstehen, berichtet das Magazin Technology Review in der aktuellen Februar-Ausgabe. Dafür habe sich Afrotech nicht nur Experten der Technischen Hochschulen in Zürich (ETHZ) und Lausanne ins Boot geholt, sondern auch einen Stararchitekten: Denn das Londoner Büro von Norman Foster (unter anderem bekannt für die gläserne Reichstagskuppel in Berlin oder die Millennium Bridge in London) soll die Drohnen-Flughäfen designen und bauen.

Drei Flughäfen bis 2020

Laut dem Magazin sollen die sogenannten Droneports als Start- und Landezone sowie als kleines Gemeinschaftszentrum mit Einkaufsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung dienen. Geplant seien bis etwa 2020 drei solcher Flughäfen in Ruanda. Erste Testflüge seien für 2017 geplant.

Bis zu 100 Kilogramm über 100 Kilometer

Zum Einsatz sollen dabei Afrotech-eigene Drohnen kommen. Entwickelt werden gerade die Flugobjekte „Redline“ und „Blueline“. Das kleinere Modell Redline soll mit einer Spannweite von drei Metern ein maximales Gewicht von zehn Kilogramm transportieren und damit eine Strecke von 50 Kilometern absolvieren können. Redline soll vor allem bei medizinischen Notfällen eingesetzt werden. Der größere Bruder Blueline soll über eine doppelt so große Spannweite verfügen und damit bis zu 100 Kilogramm über maximal 100 Kilometer fliegen können. Er soll für kommerzielle Fracht zum Einsatz kommen. Nach Angaben von Technology Review sollen die Drohnen maximal 1.000 Euro kosten.

Schon mehrere Projektpartner

Dass kein Weg an den autonomen Flugobjekten vorbeiführt, da ist sich Jonathan Ledgard, Direktor von Afrotech-EPFL sicher. Auf der Homepage der EPFL sagt er, dass auf einem überfüllten Planeten mit begrenzten Ressourcen der Himmel mit fliegenden Robotern intensiver genutzt werden müsse, um Waren schneller und besser zu transportieren. Dabei sollten die Technik und die Landeplätze aber so entwickelt werden und so günstig sein, dass sie gerade für ärmere Länder, die sie am nötigsten brauchen, auch umsetzbar seien. Und Ledgard scheint mit dieser Meinung nicht allein zu sein. Denn laut Technology Review haben sich bereits unter anderem das Rote Kreuz, Kühne + Nagel sowie IBM am Projekt beteiligt.


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