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Transport: Schneller unterwegs neben der Autobahn

Forschungsprojekt will den Lkw-Güterverkehr fahrerlos machen.


Wie wäre es, längere Strecken mit dem Lkw zurückzulegen ohne zu lenken? Und das umweltfreundlich, kostenneutral und mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit, die um ein Drittel höher wäre als auf einer Autobahn? Unter anderem diese Fragen gingen dem Projekt „ELANS“ unter Federführung des Instituts für angewandte Logistik (IAL) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt voraus. ELANS ist ein Akronym für das Entwicklungsprojekt „Lkw-Verkehr auf neuen Schienen“. Beteiligt sind daran bereits die Geis Eurocargo GmbH und Gauff Rail Engineering aus Nürnberg, das CERSS Kompetenzzentrum Bahnsicherungstechnik aus Dresden in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie SPL Powerlines Germany GmbH aus Forchheim.

Verlagerung auf ein Güterbahnsystem

In einer Vorstudie wurde jetzt die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des neuen Verkehrssystems an einem Abschnitt der Autobahn A6 exemplarisch untersucht. Grundidee von ELANS ist die Verlagerung des Güterverkehrs von hochbelasteten Autobahnen auf völlig neue, neben den Autobahnen zu errichtende Güterbahnsysteme. Diese neuen Bahnstrecken sind unabhängig vom vorhandenen Netz der Deutschen Bahn und sollen durch den Einsatz moderner Verladetechnologie sowie weitestgehender Automatisierung eine im Vergleich zur Autobahn deutlich höhere durchschnittliche Reisegeschwindigkeit erreichen. Durch die Positionierung der Verladestationen neben ausgewählten Autobahnanschlussstellen sollen dabei auch wie bisher die Regionen entlang der Strecke bedient werden.

Parallele Bahntrasse neben A6

Referenzabschnitt für das ELANS-Konzept ist der knapp 200 Kilometer lange Abschnitt der A6 zwischen dem Kreuz Nürnberg-Süd und dem Kreuz Walldorf. Um im ersten Schritt grundlegende Verkehrsdaten des mautpflichtigen Lkw-Verkehrs auf diesem Abschnitt zu erhalten, wurde eine zweiwöchige elektronische Verkehrszählung durchgeführt und auf das Jahr 2030 hochgerechnet. Für die Untersuchung wurde im Rahmen des Projekts eine parallel zur A6 verlaufende Bahntrasse konzipiert und kalkuliert. Zwischen den Endstationen sind insgesamt vier Zwischenstationen (durchschnittlich alle 35 Kilometer) geplant, die die Möglichkeit bieten sollen individuell auf- und abfahren zu können. Aufbauend auf der Trassierung wurde ein Betriebs- und Sicherheitskonzept entwickelt, welches den Ansprüchen von ELANS in puncto Verfügbarkeit, Zugtaktung und Reisegeschwindigkeit gerecht wird. So erfolgt der Bahnbetrieb bei ELANS fahrerlos.

Fünf Minuten Zeitvorteil

Das für das Jahr 2030 hochgerechnete Verkehrsaufkommen liegt bei rund 87.000 Lkw pro Woche. Bei der gemessenen durchschnittlichen Reiseweite von 135 Kilometer pro Fahrzeug ergebe sich ein durchschnittlicher Reisezeitvorteil von fünf Minuten. Zu- und Abfahrt, Be- und Entladevorgang sowie Wartezeiten sind darin bereits enthalten. Alle vier Kilometer, die ELANS weiter genutzt wird, ergibt sich eine Minute Zeitersparnis gegenüber einer regulären Autobahnfahrt. Die auf dem Zug verbrachte Zeit kann zudem als Lenkzeitunterbrechung im Sinne der Verordnung über die Lenk- und Ruhezeiten genutzt werden.

Umfrage zur Akzeptanz

Kostentechnisch ist es Ziel von ELANS, eine finanzielle Mehrbelastung der Nutzer zu vermeiden. Geplant ist, dass die für die Nutzung des Systems anfallende Gebühr durch die erzielten Einsparungen (zum Beispiel bei Maut, Treibstoffverbrauch, verschleißabhängigen Kosten) im Schnitt gedeckt wird. Die Machbarkeit des Systems steht und fällt jedoch insbesondere mit der Akzeptanz durch die Nutzer. Neben allen potenziellen Rahmengrößen ist es deshalb für das IAL wichtig zu erfahren, wie mögliche Kunden des Systems dieses einschätzen. Speditionen, Verbände und Dienstleister werden deshalb um ihre Unterstützung in Form der Teilnahme an einer Akzeptanzbefragung gebeten.


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