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Materialfluss-Kongress 2016: Neue Arbeitswelt, neue Aufgaben

Experten sprachen zur Rolle des Menschen in einem digitalisierten Arbeitsumfeld.


„Wo bleibt der Mensch?“, mit dieser Frage leitete Dr. Patricia Stock, Leiterin des REFA-Instituts, Dortmund, ihren Vortrag zum Thema „Humanorientierte Arbeitsorganisation – Erfolgsfaktor für die digitalisierte Intralogistik“ ein und zielte damit direkt auf das Kernthema der Session Mensch und Technik, die am 18. März im Rahmen des 25. Deutschen Materialfluss-Kongresses stattfand und von LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Sandra Lehmann moderiert wurde. Denn wenn das Arbeitsumfeld in Fertigungsstätten und bei Logistikdienstleistern zunehmend automatisiert und digitalisiert wird, werfe das zunächst die Frage auf, ob Deutschland zukünftig von menschenleeren Fabriken und Distributionszentren besiedelt sei, so Stock.

Keine menschenleere Fabrik

Die promovierte Ingenieurin beruhigte aber sogleich: Der Mensch werde keineswegs aus der Arbeitswelt verschwinden, sondern bekommt lediglich andere Aufgaben zugeteilt. In der Digitalisierung von Arbeitsabläufen lägen aber gleichzeitig auch Chancen für Mitarbeiter und Unternehmen, die Effizienz zu steigern und die Belegschaft durch die Automatisierung eintöniger und körperlich anstrengender Arbeiten zu entlasten.

Demografischen Wandel auffangen

Besonders in Hinblick auf den demografischen Wandel müsste der Mitarbeiter allerdings auch auf dem Weg nach morgen mitgenommen und in neue Arbeitsabläufe integriert werden, wie Jennifer Beuth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund, erklärte. Eine Möglichkeit dazu wäre die Anwendung der Lean-Management-Methode, die Maßnahmen zur Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz sowie die Identifikation von Verschwendungspotenzialen durch die Belegschaft miteinbezieht. Hilfreich sind aus Beuths Sicht auch sogenannte Buddy-Teams, in denen jüngere und ältere Mitarbeiter voneinander lernen können.

Weniger Beanspruchung

Körperlich beeinträchtige oder leistungsgeminderte Menschen in einen Kommissionierungsprozess zu integrieren, ist Anliegen eines Forschungsprojekts der Hochschule Esslingen, das von Andreas Bächler, Doktorand der Hochschule, vorgestellt wurde. Das auf Augmented Reality basierende Assistenzsystem „Pick by Projection“ soll durch ergonomische und motivierende Elemente die einfache Einarbeitung von Mitarbeitern mit unterschiedlichem Leistungsniveau gewährleisten und die kognitive Beanspruchung während der Tätigkeit reduzieren. Wie Bächler erklärte, soll so unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit von Werkstätten für behinderte Menschen im Bereich der manuellen Kommissionierung gesteigert werden.

 

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