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Gewerkschaft: IG Metall schließt Tarifvertrag bei BMW in Dingolfing

Schnellecke-Mitarbeiter erhalten mindestens 2.236 Euro im Monat.


Die Gewerkschaft IG Metall hat mit dem Kontraktlogistiker Schnellecke Group AG & Co. KG, Wolfsburg, einen Tarifabschluss für den BMW-Standort Dingolfing erzielt. Wie die Gewerkschaft am 7. März 2016 mitteilte, ist darin ein Mindestgehalt von 2.236 Euro im Monat, mehr Weihnachtsgeld, Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit und Wochenenden sowie eine Leistungszulage von durchschnittlich sechs Prozent festgelegt. Zudem werde die Arbeitszeit bis 2018 schrittweise von derzeit 40 auf 37,5 Stunden in der Woche – bei vollem Lohnausgleich – reduziert. Der Urlaubsanspruch steige von 27 auf 30 Tage.

Eigener Leiharbeiter-Tarifvertrag

Außerdem wurde für die Leiharbeiter bei Schnellecke ein eigener Tarifvertrag ausgehandelt: Sie erhalten laut IG Metall mindestens 10,50 Euro in der Stunde – statt wie bisher 8,80 Euro. Der Anteil der Leiharbeiter wird zudem auf maximal 20 Prozent im Jahresdurchschnitt begrenzt. Bei Überschreitung der 20-Prozent-Marke müsse Schnellecke Leiharbeiter fest übernehmen. Die Gewerkschaft nennt diesen Abschluss wegweisend, da Leiharbeiter „oftmals einen Großteil der Beschäftigten bei Kontraktlogistikern ausmachen“.

Auf andere Kontraktlogistiker übertragen

Möglich sei der Tarifabschluss geworden, weil in den letzten Monaten 200 der knapp 380 Schnellecke-Beschäftigten in die IG Metall eingetreten sind. Sie kommissionieren und sequenzieren im Werk Dingolfing Teile für die Montagelinie von BMW. Die IG Metall hat aber bereits weitere Pläne. „Der Schnellecke-Abschluss ist für uns die Blaupause“, erklärt Robert Grashei, erster Bevollmächtigter der IG Metall Landshut. „Das wollen wir nun auch auf die anderen Kontraktlogistiker auf dem BMW-Werksgelände übertragen.“

Hintergrund: Der Streit der Gewerkschaften

Jahrelang waren sich die Gewerkschaften IG Metall und Verdi – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft uneinig gewesen, wer überhaupt für die Beschäftigten der Kontraktlogistik zuständig ist. Im Januar 2016 schlossen die Parteien schließlich eine Kooperationsvereinbarung, wer unter welchen Umständen für die Kontraktlogistikmitarbeiter verantwortlich zeichnen darf (LOGISTIK HEUTE berichtete).


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