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Logistics Hall of Fame: 13 neue Mitglieder in die Ruhmeshalle gewählt

Henry Ford aufgenommen - Gerhard Schäfer einziger Intralogistiker.


Die Gründer der Post läuteten eine neue Ära der Kommunikation ein, die Erfinder von Barcode und Fließband haben die Wirtschaft revolutioniert und die Pioniere der Paket- und Expresslogistik legten den Grundstein für Globalisierung und E-Commerce. Die Logistics Hall of Fame hat das Wahljahr 2016 unter das Motto „Historic Milestones of Logistics“ gestellt und 13 große Namen aus Transport, Intralogistik, IT und Versicherung ziehen neu in die Ruhmeshalle der berühmtesten Logistiker ein.

„Die neuen Mitglieder vervollständigen die Zeitreihe der großen logistischen Sternstunden und zeigen auf, wie Logistik das Leben im Lauf der Zeit besser und sicherer gemacht hat“, begründet Anita Würmser, geschäftsführende Jury-Vorsitzende der Logistics Hall of Fame, die Entscheidung der internationalen Expertenjury, in der auch LOGISTIK HEUTE vertreten ist.

Und das sind die neuen Mitglieder:

  • Der erste logistische Meilenstein reicht bis ins Jahr 1490 zurück und ist jedem ein Begriff. Franz von Taxis (Tasso) (*1459 †1517) und sein Neffe Johann Baptista  von Taxis (Tasso) (*1470 †1541) bauten Ende des 15. Jahrhunderts das erste länderübergreifende Nachrichtensystem auf und legten damit den Grundstein für das internationale Postwesen und den Aufstieg der Familie Thurn und Taxis.
  • Henry Ford (*1863 †1947), Gründer der Ford Motor Company, und Ransom Eli Olds (*1864 †1950), Gründer von Oldsmobile, gehört künftig für die Erfindung der Fließbandfertigung ein Platz in der Ruhmeshalle. Olds entwickelte 1903 für das Oldsmobile eine einfache Form der Fließfertigung, die sogenannte "progressive assembly line". Zehn Jahre später führte Henry Ford die automatisierte Fließbandfertigung ein, die sogenannte "moving assembly line". Die Fertigung eines T-Modells dauerte nur noch 93 Minuten und das Auto wurde erschwinglich.
  • Der US-amerikanische Unternehmer James E. Casey (*1888 †1983) zieht als Erfinder der Paketdienste ein. Mit einem Startkapital von 100 Dollar gründete er 1907 in Seattle die „American Messenger Company“, die spätere „United Parcel Service“ – kurz UPS.
  • Für die Erfindung des Barcodes werden die US-Amerikaner Norman Joseph Woodland (*1921 †2012), George Laurer (*1925) und Bernard Silver (*1925 †1963) geehrt. Die Idee für einen Strichcode zur Kennzeichnung von Waren stammte von Woodland. Gemeinsam mit Silver entwickelte er 1949 die Vorläufertechnik des Barcodes. Zum Erfolg wurde der Strichcode, als sich Händler und Hersteller in den Vereinigten Staaten auf den von IBM-Ingenieur George Laurer entworfenen Universal Product Code (UPC) einigten. Am 26. Juni 1974 scannte ein Kassierer das erste Produkt mit diesem Strichcode an einer Supermarktkasse in Ohio ein – es war eine Zehner-Packung Kaugummi (LOGISTIK HEUTE berichtete). Der Barcode hat die Logistik revolutioniert. Automatische Sendungsverfolgung, moderne Lagerhaltung und viele andere Logistikinnovationen wären ohne ihn nicht denkbar gewesen.
  • Der Speditionsunternehmer und IRU-Präsident Lothar Raucamp (*1905 †1985) wird als Kämpfer für die genossenschaftliche Idee geehrt. Als er 1950 die Gründung der Kravag als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit initiierte, sicherte er damit die Zukunft Tausender Transportunternehmen.
  • Als einziger Intralogistiker schaffte Gerhard Schäfer (*1924 †2015) den Sprung in die Logistics Hall of Fame. Die Markteinführung und Serienproduktion des gemeinsam von den Schäfer-Brüdern entwickelten „Lager-Fixkastens“ maßgeblich durch Gerhard Schäfer im Jahr 1953, gilt als Meilenstein der Intralogistik. Der stapelbare Kasten mit Sichtöffnung an der Vorderseite markiert den Beginn der modernen Behälterlogistik und legte der Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Firma SSI Schäfer.
  • Der Unternehmer Horst Mosolf (*1928 †2015) zieht als Pionier der Fahrzeuglogistik und Erfinder der spezialisierten Autotransporte in die Ruhmeshalle ein. Er hat bereits in den 50er-Jahren Maßstäbe bei spezialisierten Autotransporten gesetzt und die Transportbranche in diesem Segment revolutioniert. Unter anderem ließ er 1959 den ersten Doppelstock-Aufbau bauen.
  • Ebenfalls einen Platz in der Ruhmeshalle hat künftig der Gründer und CEO von Fedex, Frederick W. Smith (*1944). Er gilt als Erfinder der Expressdienste und der Güterhubs im Luftverkehr. Eine immer wieder erzählte Anekdote besagt, dass er die Firma 1971 nur gegründet habe, um seinen Professoren zu beweisen, dass es doch möglich sei, innerhalb von 24 Stunden jeden Ort der Welt zu erreichen.
  • Neu aufgenommen als Pionier des Internethandels und der modernen Logistik wird Peer Witten (*1945). Er entwickelte seit Mitte der 80er-Jahre als Logistikvorstand bei der Otto Group nicht nur Hermes zu einer erfolgreichen Paketverteilungsorganisation, sondern initiierte eine ganze Reihe von Innovationen, die den Takt im Markt vorgaben und später als Benchmark für den Internethandel dienten. Neben der frühen Einführung virtueller Informations- und Serviceplattformen sowie Umweltmanagementsystemen im Warehousing gehörten dazu vor allem neue Lieferservices, wie die Lieferung an allen Werktagen, der 24-Stunden-Service oder frei wählbare Zeitfenster.

Aufgenommen werden die neuen Mitglieder am 29. November anlässlich der jährlichen Logistics Hall of Fame-Gala im Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin.


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