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Luftfracht: Überwachung für Transporte

Neue CairGoLution-Technologie besteht ersten Testflug.


Um Schaden an Luftfracht durch unautorisierte Öffnungen, das Einbringen von ungekennzeichneten Gefahrenstoffen oder Manipulationen von Waren zu verhindern, hat das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit Partnern die Lösung „CairGoLution“ entwickelt. Dies teilte die zum Fraunhofer IIS gehörende Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS mit.

Echtzeitkontrolle des Luftfrachtcontainers

Die Lösung soll eine durchgängige Statusüberwachung der in der Luftfracht üblichen Ladungsträger, also der Unit Load Devices (ULDs), gewährleisten. Durch die Kombination von spezifisch weiterentwickelten Asset-Tracking-Systemen der Telic AG, Oberhaching, und der Fraunhofer-Vernetzungstechnologie „s-net“ soll eine sichere Überwachung und Lokalisierung der Fracht gewährleistet sein. „Ein ULD-Monitoring-System erkennt mittels Sensoren zuverlässig unautorisierte Zugriffe auf den ULD, erzeugt in Echtzeit eine Alarmmeldung für die Verantwortlichen der Sendung und zuständige Behörden und überträgt diese“, erklärt Projektleiter Tobias Seidler von der Fraunhofer SCS.

Die Energie kommt vom schummerigen Licht

Um eine möglichst lange Einsatzdauer in der Praxis erzielen zu können, entwickelten die Forscher ein spezielles Energy-Harvesting-Modul, das Strom aus geringen Lichtquellen gewinnen soll. Darüber hinaus erforschte das Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT eine softwarebasierte Lösung, um Integritätsverletzungen in der Luftfrachtlogistikkette mittels Röntgensignaturvergleichen zu identifizieren. Die Datensicherheit werde insbesondere durch intelligente dynamische Verschlüsselungsverfahren gewährleistet, teilt das Fraunhofer SCS mit. Sie sollen einen sehr hohen Sicherheitsstandard bieten, ohne das zu übertragende Datenvolumen unnötig zu vergrößern.

Besondere Bestimmungen für Luftfracht

Die wesentliche Herausforderung bei der Umsetzung der durchgängigen Statusüberwachung von ULDs sei gewesen, dass im Gegensatz zu den im Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr eingesetzten Technologien die Lösung für Luftfracht nicht durchgängig aktiv Daten übertragen darf.

Erster Testflug bestätigt Umsetzbarkeit

Im Januar 2017 startete der erste „CairGoLution“-ULD am DHL-Hub in Leipzig für einen Flug nach Bergamo. Voraussetzung für den ersten Praxiseinsatz der Lösung waren die Zulassungstests nach RTCA DO160G. Neben den technischen Herausforderungen sei dabei auch die Wirtschaftlichkeit der vollautomatisierten Objektverfolgung von Luftfracht-Containern belegt worden, schreibt das Fraunhofer SCS. Die Telematik-Module seien dabei für sehr lange Einsatzzeiten und einen wartungsfreien Dauerbetrieb von mindestens sieben Jahren ausgelegt. Die Weiterentwicklung des Systems für einen Livebetrieb soll kurzfristig erfolgen. Dadurch soll die Lieferkette für wertvolle und zeitkritische Güter nun vom Versender bis zum Empfänger durchgehend verfolgbar sein.

Gemeinsames Forschungsprojekt

CairGoLution ist ein Gemeinschaftsprojekt des Fraunhofer IIS/SCS mit der DHL Group, der Telic AG, Oberhaching, der DoKaSch GmbH, Staudt, und dem Forschungspartner Technische Universität Darmstadt. Laut Fraunhofer SCS entsteht aufgrund von Verlust und Reparatur der ULDs jährlich ein geschätzter Schaden von etwa 270 Millionen Euro.


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