06. Oktober 2010, 13:47 Uhr von Anja Kiewitt (akw)

Viele Unternehmen der Automobilindustrie greifen trotz ihrer zum Teil schlechten Erfahrungen aus der
Wirtschaftskrise kaum auf langfristig angelegte Instrumente zur
Prognose von Lieferanteninsolvenz zurück. Sie konzentrieren sich bei der Krisenprävention zu stark auf unternehmensinterne Auffälligkeiten. Das geht aus einer
Studie zum
Risikomanagement in der Automobilbranche, herausgegeben vom
Supply Chain Management Institute (SMI) an der European Business School in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsinformationsdienst D&B Deutschland, hervor.
Gerade große Automobilhersteller, sogenannte OEMs (Original Equipment Manufacturer), informieren sich demnach nur sehr eingeschränkt über Insolvenzen über alle Lieferantenstufen hinweg. Lediglich für Lieferantenausfälle auf Tier-1- und Tier-2-Ebene existiert ansatzweise ein schwach entwickeltes, reaktives Risikomanagement. Dabei drohen der Automobilbranche trotz des derzeitigen Aufschwungs in den kommenden Monaten weitere Insolvenzen und Übernahmen, prophezeien die Forscher. Der Risikoradar der Hersteller und
Zulieferer sollte daher die komplette Supply Chain abdecken, mahnen sie. Immerhin habe die Krise das Risikobewusstsein der Unternehmen geschärft. Beispielsweise würden nun Risiken der Supply Chain auch außerhalb der klassischen Einkaufsabteilungen überwacht und teilweise auf Vorstandsebene behandelt.