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Newsletter LOGISTIK HEUTE-weekly vom 13. April 2017

KEP: Warum die Post zum E-Transporter-Hersteller wird



Guten Tag,

Frage: Wer ist der wertvollste Autobauer in den USA? GM? Falsch. Ford? Auch falsch. Es ist der Stromfahrzeugspezialist Tesla. Klar, in Sachen Umsatz oder verkaufter Fahrzeuge sind die Kalifornier im Vergleich zu den US-Automobilriesen noch ein Zwerg. Aber nach Börsenschluss in New York kam der Konzern am Montag auf eine Marktkapitalisierung von 50,887 Milliarden Dollar. Er überholte damit knapp den Konkurrenten GM (50,886 Milliarden Dollar). Zuvor war das E-Auto-Start-up an der Börse schon an Ford vorbeigeprescht.
 
Über die Zahl der verkauften Teslas (84.000 im Jahr 2016) grinste so mancher alte „Petrol Head“ bis vor Kurzem noch. Und das von Tesla-Gründer Elon Musk verkündete Ziel von einer Million verkaufter E-Fahrzeuge im Jahr 2020 ist mehr als sportlich. Aber: Der Börsenwert spiegelt wider, dass viele an E-Mobilität glauben, auch wenn die noch nicht so richtig in Schwung kommt.
 
An das Zeitalter der E-Mobilität glaubt auch der KEP-Dienstleister Deutsche Post DHL. Am Dienstag hat der Gelbe Riese verkündet, den bisher nur für den Konzern gebauten Elektrolieferwagen StreetScooter auch für Dritte zum Kauf anzubieten. 2.500 Fahrzeuge haben die Bonner hierzulande schon im Einsatz (siehe News der Woche).
 
Um mit den E-Vans durchstarten zu können, plant der Konzern sogar ein zweites Werk in Nordrhein-Westfalen, um einmal bis zu 20.000 Fahrzeuge bauen zu können. Das Basismodell, das übrigens auch in anderen Farben als Postgelb bestellt werden kann, verfügt über vier Kubikmeter Zuladung und schafft rund 80 Kilometer Reichweite.
 
Man fragt sich: Macht das Sinn, dass der Gelbe Riese jetzt zum Autobauer wird? Durchaus, denke ich. Angesichts immer strengerer Umweltvorschriften in Innenstädten und weiter wachsenden Paketbergen wird die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und Fahrzeugen immer größer. Und zwar nicht nur von KEP-Diensten, sondern auch von Handwerkern oder kleinen Lieferdiensten. Die Post ist nicht so blauäugig zu glauben, dass morgen große Konkurrenten wie UPS oder Hermes E-Fahrzeuge in Bonn ordern. Aber das weltweite Verkaufspotenzial für E-Vans für Handwerker & Co. sollte man nicht unterschätzen.
 
Man fragt sich auch: Wie schaut es mit dem Service aus? Die Post wird nur dann Erfolg haben, wenn sie rund ums E-Fahrzeug ähnliche Services anbietet wie etwa die deutschen Traditionsunternehmen VW oder Daimler. Aber auch daran hat man gedacht. Es seien bereits „einige Hundert“ Werkstätten hierzulande für StreetScooter zertifiziert, heißt es aus der Post-Zentrale. In Wolfsburg und Stuttgart wird man vermutlich genau beobachten, wie der Bonner E-Van-Zwerg wächst – und eigene Entwicklungen mit Vollgas auf den Markt bringen. Daimler hat vor Kurzem angekündigt, bis 2020 dem Post-Konkurrenten Hermes gut 1.500 Elektrotransporter der Reihen Vito und Sprinter zu liefern. Und VW will im Herbst den ersten Crafter mit E-Antrieb präsentieren. Es bleibt also spannend im E-Mobilitätsgeschäft – diesseits und jenseits des Atlantiks.
 
Eine informative Newsletterlektüre und möglichst erholsame Feiertage wünscht Ihnen
 
Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE
 
PS: Immer wieder fragen uns Teilnehmer der Leserwahl „Beste Logistik Marke“ von LOGISTIK HEUTE und der Bundesvereinigung Logistik, wann die Ergebnisse veröffentlicht werden. Es dauert noch. Die Wahl ist zwar abgeschlossen, aber die Sieger werden erst am 26. April während einer Award Night in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin ausgezeichnet. Die Ergebnisse publizieren wir dann noch in derselben Nacht in einem Sondernewsletter. Bekannt geben kann ich aber bereits die Sieger des Gewinnspiels zur „Besten Logistik Marke“, die wir unter den Teilnehmern der Wahl ausgelost haben:
 
1. Preis: Premium Business-Notebook Acer Zenbook; Martin Engel, Bad Lippspringe.
2. Preis: Ein Freiticket für den Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) vom 25. bis 27. Oktober 2017 in Berlin; Detlef Spee, Dortmund.
3. Preis: Apple iPhone 7 Plus; Olaf Oczkos, Köln.
4. und 5. Preis: Je ein Freiticket für ein eineinhalbtägiges LOGISTIK HEUTE-Forum nach Wahl im Jahr 2017; Andreas Kiele-Dunsche, Paderborn, und Bernhard Wentz, Gemmrigheim.
 
Herzlichen Glückwunsch im Namen des LOGISTIK HEUTE-Teams und der Bundesvereinigung Logistik.

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