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FACHMESSE

Die 67. IAA Nutzfahrzeuge hat die Erwartungen der Macher übertroffen. E-Mobilität soll beim Nutzfahrzeug jetzt in Serie gehen und die Digitalisierung war bei fast jedem Aussteller zu erleben.

Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 in Hannover feierte er Weltpremiere: der vollelektrisch angetriebene „eTGE 4.140“ von MAN. Er bietet eine Reichweite von rund 160 Kilometern und eine Nutzlast von einer Tonne – für die Logistik der „letzten Meile“. Die ersten vier Elektro-Löwen kommen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zum Einsatz. Der Veranstalter der 67. IAA Nutzfahrzeuge, der Verband der Automobilindustrie (VDA), verzeichnete für die Leistungsschau insgesamt 435 Weltpremieren – was einen neuen Höchststand und einen Anstieg um 31 Prozent im Vergleich zu 2016 (332 Weltpremieren) bedeutete.

Die IAA Nutzfahrzeuge 2018 in Hannover hat die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Die Leistungsschau, die am 20. September startete und am 27. September ihre Tore schloss, habe zu Recht unter dem Motto „Driving tomorrow“ gestanden, zog der Verband der Automobilindustrie am letzten Messetag Bilanz. „Wir sehen Pioniergeist, neues Denken und eine enorme Dynamik: bei den Herstellern von schweren Nutzfahrzeugen, von Transportern, von Bussen, bei der Trailerindustrie, bei den vielen, vielen Zulieferern und auch bei Software- und IT-Firmen, die erstmals auf der IAA sind“, ließ VDA-Präsident Bernhard Mattes verlauten. Diese IAA hat nach seinen Worten „unsere bereits hochgesteckten Erwartungen übertroffen“.

Rund 250.000 Besucher
2.174 Aussteller aus 48 Ländern (2016: 2.013) präsentierten in Hannover ihre Produkte und Services. 60 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland, die meisten davon (252) aus China. 282.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bedeuteten ein Plus von gut vier Prozent (2016: 270.000 Quadratmeter) und zudem einen neuen IAA-Rekord. Die Zahl der Besucher sei, verglichen mit dem bereits sehr guten Ergebnis aus 2016, noch einmal leicht gestiegen auf rund 250.000, so der VDA (2016: 248.900 Besucher). Die meisten ausländischen Besucher reisten aus China an.„Die Kernbotschaften, die wir vor der IAA kommuniziert haben, wurden hier in Hannover umfassend bestätigt, in vielfacher Weise von den Ausstellern umgesetzt und mit Produkten und Dienstleistungen für die Praxis unterlegt“, sagte VDA-Präsident Mattes. Im Mittelpunkt der IAA Nutzfahrzeuge 2018 standen demnach Elektromobilität, Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren und urbane Mobilität.

Eine weitere Botschaft von der diesjährigen Messe: Elektromobilität geht beim Nutzfahrzeug in Serie. „Wir haben nicht nur 36 Elektromodelle für Probefahrten, die sehr gut angenommen wurden, sondern auch zahlreiche Weltpremieren mit E-Transportern und E-Bussen. Auch der mittelschwere Lkw im Verteilerverkehr wird elektrifiziert“, sagte Mattes. Als besonders bemerkenswert stufte der VDA-Präsident ein, dass auf vielen Ständen erstmals „pfiffige Elektro-Lastenräder“ zu sehen waren, die eine neue Antwort auf die Frage der „letzten Meile“ geben sollen. „Der Anwendungsbereich des Nutzfahrzeugs mit Elektroantrieb wird“, wie Mattes sagte, „immer größer.“

Eine Überraschung hatte Volkswagen Nutzfahrzeuge im Messegepäck, nämlich ein Lastenrad. Das „Cargo e-Bike“ ist ein in Eigenregie entwickeltes dreirädriges Lasten-Pedelec, für die Wege auf der letzten Meile. Das Lastenrad kann bis zu 210 Kilogramm tragen – den Fahrer eingerechnet. Es hat einen halben Kubikmeter Ladevolumen. Ausgestattet mit einem 250-Watt-Mittelmotor mit Automatikgetriebe verfügt es über eine Neigetechnik, mit der die Ladefläche stets waagerecht bleibt. Als „zeitgemäßes Fahrzeug für den Stadtverkehr von morgen“ zeigte VW zudem die vollelektrische Fahrzeugstudie „I.D. BUZZ CARGO“. An Bord soll auch das Internet der Dinge kommen. So wurde zum Beispiel für Servicemonteure oder Wartungstechniker ein neues, elektrifiziertes Regalsystem entwickelt, das mit dem Auftrags- und Bestellsystem des Anwenders vernetzt ist. Alle Artikel im Regal lassen sich tracken. Wer einen Artikel benötigt, kann ihn sich automatisch liefern lassen.

Den Innovationstrend Digitalisierung konnte man laut VDA bei so gut wie jedem Aussteller auf der IAA erleben. Ein weiterer Unterschied zu 2016 sei, dass „jetzt die Produkte in großer Zahl auf den Markt“ kommen. Die nächste IAA Nutzfahrzeuge findet vom 24. September bis 1. Oktober 2020 erneut in Hannover statt.
Matthias Pieringer

Truck Study
2018 Durch die Digitalisierung und Automatisierung von Logistikprozessen und Lieferfahrzeugen sollen die Logistikkosten für standardisierte Transporte bis 2030 um 47 Prozent sinken. So lautet ein zentrales Ergebnis der „Truck Study 2018“, die Strategy&, die Strategieberatung von PwC, Mitte September vorgestellt hatte. Rund 80 Prozent dieser Ersparnisse werden den Unternehmensberatern zufolge auf die Verringerung von Personal in der Transport- und Logistikbranche zurückzuführen sein. „Enorme Effizienzsteigerungen“sollen hinzukommen: Autonom fahrende Lkw sollen, wie die Studie aussagt, ab 2030 bereits 78 Prozent der Zeit unterwegs sein können, weil Ruhepausen für Fahrer entfallen und Leerlaufzeiten durch den Einsatz von Algorithmen sinken. „Die Logistikbranche steht vor einem massiven technologischen Wandel, der altbekannte Geschäftsmodelle und traditionelle Rollen von Spediteuren, Lkw-Unternehmern oder Fernfahrern verändert“, sagte Dr. Gerhard Nowak, Partner bei Strategy& Deutschland und einer der Studienautoren. „Auch für Lkw-Hersteller schwindet durch den Wandel zum autonomen Truck die Bedeutung von Ausstattungsmerkmalen und Fahrkomfort – in Zukunft geht es darum, die bessere Kostenbilanz pro Kilometer zu bieten“, so Nowak.

Messe-Splitter
Mercedes-Benz Vans will mit dem „Vision URBANETIC“ die Trennung von Personenbeförderung und Gütertransport aufheben. Ein Teil der Vision soll in „nicht allzu ferner Zukunft“ Realität werden. Der Hersteller plant nämlich eine neue, autonom fahrende Baureihe. Je nach Konfiguration soll der neue Van entweder autonom Personen ans Ziel bringen oder Waren transportieren. Um die neue Baureihe zu realisieren, schafft Mercedes-Benz eine neue Organisationseinheit. Die DPDgroup hat bei der Präsentation des autonomen Concept Cars „Renault EZ-PRO“ in Hannover konkrete Use-Case-Szenarien für die Paketzustellung mit autonomer Fahrzeugtechnik vorgestellt. Ein Szenario beinhaltet den autonomen Transport zum innerstädtischen Liefergebiet: Das Zustellfahrzeug wird in einem DPD-Verteilzentrum am Stadtrand beladen und fährt dann selbstständig zu einem Treffpunkt in der Innenstadt. Erst dort übernimmt der Fahrer das Fahrzeug und gewinnt so Zeit. Zur IAA Nutzfahrzeuge 2018 ist wieder die offizielle Messezeitung „IAA aktuell“ erschienen. Der Verband der Automobilindustrie hatte – wie bereits 2016 – den HUSS-VERLAG, zu dem auch LOGISTIK HEUTE gehört, mit der Erstellung der „IAA aktuell“ beauftragt. Die Besucher und Aussteller erhielten jeden Morgen druckfrisch und kostenlos die wichtigsten tagesaktuellen Informationen von der IAA. Alle acht Zeitungsausgaben kann man online unter www.iaa.de oder auf nfz-messe.com herunterladen.



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