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Alternatives Modell


IT

Vishay nutzt die Ausschreibungsplattform Ticontract für nahezu alle Transportausschreibungen weltweit. Der Elektronikhersteller setzt dabei seit einiger Zeit auf ein von Ticontract entwickeltes alternatives Abrechnungsmodell.

Das US-amerikanische Unternehmen Vishay Intertechnology Inc. zählt zu den weltweit größten Herstellern diskreter Halbleiterbauelemente und passiver Elektronikbauteile. Die Komponenten werden etwa in Smartphones und Tablets eingesetzt, aber auch in der Automobilindustrie oder im Bereich der Stromversorgung. Vishay ist weltweit aktiv mit Niederlassungen, Produktionsstätten und Verkaufsbüros.

Der Konzern versendete 2017 Waren mit einem Gewicht von 20 Millionen Kilogramm in rund 700.000 Sendungen. Transportiert wird zu einem großen Teil per Luftfracht. Vishays globale Luftfrachtausschreibungen für rund 400 Routen werden meist in zwei bis drei Runden mit Beteiligung von zehn bis 15 Dienstleistern durchgeführt. Die erhaltenen Angebote wurden früher „manuell“ erfasst, analysiert, ausgewertet, und anschließend wurden die Aufträge vergeben.

Dies alles fand im Wesentlichen auf Basis von Excel-Tabellen statt, was sehr zeitaufwendig war. „Seit wir die Ausschreibungsplattform Ticontract nutzen, erzielen wir Zeiteinsparungen von rund 50 bis 70 Prozent gegenüber der manuellen Ausschreibung mit unseren Excel-Tabellen“, berichtet Karl Haussteiner, Vice President Global Logistics von Vishay Intertechnology Inc.

Strategisches Werkzeug

„Ticontract“ wurde vom Ulmer Logistik-IT-Anbieter Transporeon Group entwickelt, um Logistikentscheidern ein strategisches Werkzeug für den Einkauf von Transportdienstleistungen und für die Prozessoptimierung im Bereich des Frachtkostenmanagements an die Hand zu geben. Mit mehr als 8.500 Transport- und Logistikausschreibungen pro Jahr, 35.000 registrierten Logistikdienstleistern und Spediteuren und Dienstleisterprofilen aus mehr als 100 Ländern bietet Ticontract neben der einfachen und teilautomatisierten Ausschreibungsdurchführung spezielle Funktionen für die zentrale Verwaltung globaler Frachtraten, automatisierte Frachtrechnungsprüfung sowie elektronische Gutschriftenverfahren.

„Ticontract ist für uns ein absolutes Plus. Auch der Service und die Innovationsfähigkeit, die wir hier vorfinden, entsprechen unseren Anforderungen“, lobt Logistikmanager Haussteiner. Als Beispiel dient ihm die Entwicklung eines alternativen Abrechnungsmodells für die Ausschreibungen. Beim Standard-Preismodell liegen die Kosten der Ausschreibung beim Verlader.

Das alternative Ticontract-Preismodell „Erfolgsabhängige Beteiligung an den Nutzungsgebühren“ ermöglicht es Verladern, die Kosten einer Ausschreibung transparent unter den Spediteuren, die den Zuschlag erhalten haben, aufzuteilen. Abgesehen von optionalen Beratungsleistungen entstehen dem Verlader bei diesem Preismodell keine Kosten. Auch für die Spediteure ist die Nutzung der Plattform zunächst kostenfrei, denn sie zahlen nur im Fall einer erfolgreichen Teilnahme an der Ausschreibung. Die Höhe der Gebühr richtet sich dabei nach dem akkumulierten Auftragsvolumen, das dem Dienstleister innerhalb eines Kalenderjahres über das Preismodell zugeteilt wird. Ein zugeteiltes Gesamtvolumen von bis zu 250.000 Euro pro Jahr ist dabei für den Spediteur kostenlos.

Standardisierter Ablauf

Der Ablauf der Ausschreibung ist bei beiden Modellen weitgehend gleich und standardisiert. Der Verlader erstellt den RFQ (die Angebotsanfrage), aktiviert das entsprechende Preismodell und lädt Spediteure ein, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Die Spediteure geben Angebote ab. Der Verlader wertet sie aus und vergibt die Aufträge. Die Spediteure nehmen die Zuteilung an und erhalten von Ticontract eine Rechnung mit der erfolgsabhängigen Nutzungsgebühr. Das erfolgsabhängige Preismodell hat für Vishay-Logistikexperte Haussteiner viele Vorteile: „Zunächst einmal entstehen für uns keine Kosten. Aber auch für die Partner ist das Modell vorteilhaft und fair.“

Der Logistikmanager hat allerdings festgestellt, dass man auf ein paar Dinge ganz besonders achten muss, damit das alternative Modell gut funktioniert:

  • Die Ausschreibung muss realistische Transportmengen enthalten, da Ticontract die Carrier auf der Grundlage des zugeteilten Volumens mit Kosten belastet.
  • Das Preismodell sollte für Ausschreibungen verwendet werden, die wettbewerbsfähige Destinationen enthalten. Denn nicht alle Luftfrachtunternehmen haben dieses Preismodell aktiviert, es muss aber abgesichert sein, dass man eine gute Zahl an Angeboten bekommt.
  • Alle Beteiligten sollten plakativ über das spezifische Zahlungssystem der Ausschreibung informiert werden, damit diese von vornherein entscheiden können, ob sie sich beteiligen wollen oder nicht, und nicht später von den speziellen Modalitäten überrascht werden. Die Ausschreibung kann zentral organisiert werden, aber die Speditionen sollten ihren vertrauten Kontakt (zum Beispiel auf Länderebene) für weitere Anfragen anrufen können.
  • Das Ticontract Support Team sollte unbedingt eingesetzt werden, um beispielsweise ein gemeinsames Webinar für die eingeladenen Speditionen durchzuführen, in dem die Ausschreibung und das Preismodell detailliert erklärt werden.

Seit Vishay das erfolgsabhängige Preismodell einsetzt, habe es weder negative Effekte in der Beziehung zu Spediteuren noch auf die Teilnahmequote gegeben, bilanziert Haussteiner. Für Vishay ist der Ausschreibungsprozess klar, standardisiert und transparent. Haussteiner betont auch: „Hat man ein Problem, steht man nie allein da, da der Support von Ticontract weltweit gut funktioniert. Generell ist es eine attraktive und sehr nützliche Plattform für Verlader und Spediteure gleichermaßen“, erklärt der Vishay-Logistikleiter. mp

Vishay

Vishay Intertechnology Inc. mit Hauptsitz in Malvern (Pennsylvania, USA) ist einer der weltweit größten Hersteller von diskreten Halbleiterbauelementen und passiven elek­tronischen Bauteilen. Vishay-Bauelemente kommen in elektronischen Geräten und Einrichtungen fast aller Art zum Einsatz.

Das Unternehmen ist in zahlreichen Märkten vertreten: Industrieelektronik, Computertechnik, Automobiltechnik, Consumerprodukte, Telekommunikation, Luft-/Raumfahrt-/Wehrtechnik, Stromversorgungen und Medizintechnik. 2017 erzielte Vishay einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden US-Dollar.



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