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Gastkommentar | LOGISTIK HEUTE-Magazin Nr.5 / 2016

Teure Nebelkerze: Das neue ElektroG


Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sind im hochkompetitiven Umfeld des Interaktiven Handels längst ein Differenzierungskriterium. Händler, die gleichermaßen Verantwortung für ein nachhaltiges Warensortiment und faire Unternehmensprozesse übernehmen, haben im Rennen um den Kunden langfristig die Nase vorn. Gesetzliche Vorgaben für mehr Nachhaltigkeit im Handel braucht es schon deshalb in aller Regel nicht.

Regelrecht schädlich werden neue gesetzliche Vorgaben dort, wo Besonderheiten des Interaktiven Handels nicht berücksichtigt werden und darüber Wettbewerbsverzerrungen zwischen den einzelnen Vertriebskanälen die Folge sind.

In diese Kategorie Gesetz fällt das novellierte ElektroG. Am 24. Juli 2016 ist es nun so weit. Händler aller Vertriebskanäle sind ab diesem Stichtag bei Erfüllung bestimmter Grenzwerte in der Pflicht, Elektroschrott zurückzunehmen. Eine auf den ersten Blick nur folgerichtige Verpflichtung: Wer ausliefert muss auch wieder einsammeln. Bei genauerem Hinsehen wird die abfallwirtschaftliche Relevanz des Ganzen aber allenfalls homöopathische Dosen erreichen. Und: Händler sind keine Schrotthändler. Nicht ohne Grund gibt es für diesen Bereich hochspezialisierte Entsorgungsfachbetriebe.

In keinem Fall werden die allenfalls erwartbaren Verlagerungseffekte in einem angemessenen Verhältnis zu den jetzt durch Online- und Versandhändler zu bewältigenden Vorgaben stehen. Die Pflicht zur Einrichtung eines komplizierten, feinmaschigen, bundesweiten Netzes an Rücknahmestellen ist nicht nur ökonomischer Unfug, sondern auch ökologisch höchst fragwürdig. Der sich darüber erhöhende CO2-Footprint des ausrangierten Toasters hilft keinem, am wenigsten der Umwelt



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