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Blaupausen für IT-Sicherheit


INDUSTRIE 4.0

Im Rahmen des Projekts IUNO tüfteln 21 Partner aus Industrie und Forschung an IT-Sicherheitslösungen für die intelligente Fabrik.

Hackerangriffe auf die intelligente Fabrik sichtbar machen und abwehren – dabei soll der Visuelle Security-Leitstand aus dem Projekt IUNO Unternehmen künftig unterstützen. Auf der HANNOVER MESSE im April präsentierte IUNO, das Nationale Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0, einen Demonstrator, der von der Volkswagen AG und dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT entwickelt wurde.
Am Beispiel der Motorenfertigung veranschaulichten die IUNO-Partner die mögliche Fertigungswelt der Zukunft: Im Szenario werden in der Fließfertigung Halterungen an ein Zylinderkurbelgehäuse für den Weitertransport in der Produktion montiert. Ein Roboter, der bei Volkswagen für Mensch-Roboter-Kooperationen entwickelt wurde, arbeitet dabei eng mit einem Mitarbeiter zusammen. Der Prototyp des Visuellen Security-Leitstands zeigte den Messebesuchern, wie es in der Praxis funktionieren kann: Die grafische Oberfläche gibt während des Produktionsdurchlaufs zu jeder Zeit einen aktuellen Überblick über den Stand der Informationssicherheit. Fährt der Roboter beispielsweise die Halterung für das Zylinderkurbelgehäuse falsch an, sendet der Leitstand in Echtzeit eine Meldung an den zuständigen Mitarbeiter. Dieser kann sofort reagieren und den Weg des Roboters korrigieren, ohne den Wertschöpfungsprozess zu stoppen.
Der Erfolg und die Notwendigkeit des Forschungsprojekts IUNO zeigen „sich für mich insbesondere im Security-Leitstand für Produktionsbereiche. In der Projektlaufzeit entwickelten wir Werkzeuge, um auch in Umgebungen wie industriellen Fertigungsbereichen ein angemessenes IT-Sicherheitsniveau wirtschaftlich zu realisieren“, sagt Stephan Teuber, Industrial IT Security, Volkswagen AG. „Dennoch ist IT-Sicherheit weiterhin nicht nur eine technische Herausforderung – insbesondere müssen auch organisatorische Hürden bewältigt werden, um die Sicherheit langfristig gewährleisten zu können.“
Der Visuelle Security-Leitstand zählt – wie die Kundenindividuelle Produktion, die Fernwartung von Produktionsanlagen und der Technologiedatenmarktplatz – zu den vier Anwendungsfällen, denen sich IUNO widmet (siehe LOGISTIK HEUTE 7-8/2017, S. 49).

Vor Angreifern geschützt
Der IUNO-Werkzeugkasten biete Methoden zur Risikoanalyse und passgerechte Maßnahmen, um die identifizierten Security-Risiken zu minimieren, sagt Dr. Hans-Peter Bock, Experte für Industrie-4.0-Kommunikation und Security bei der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. „Im Anwendungsfall ‚Technologiedatenmarktplatz‘ zum Industrie-4.0-Kernelement ‚sichere Daten‘ ermöglichte die Methode der Datenflussanalyse die Identifikation der zu betrachtenden Stellen. Die umgesetzten Maßnahmen wie zum Beispiel ,Zones and Conduits‘ und ,Defense in Depth‘ schützen den Marktplatz gezielt vor Angreifern“, erläutert Bock. „Bereits über zehn unterschiedliche an den Marktplatz angebundene Maschinen verdeutlichen den Erfolg des Konzepts und der sicheren Umsetzung.“ mp

Projekt IUNO
IUNO, das Nationale Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0, vereint 21 Partner aus Industrie und Forschung. Im Rahmen von IUNO werden Bedrohungen sowie Risiken für die intelligente Fabrik identifiziert und Schutzmaßnahmen entwickelt, die exemplarisch an vier Demonstratoren umgesetzt werden. Ziel ist es, möglichst allgemein verwendbare Lösungen für Herausforderungen der IT-Sicherheit im industriellen Anwendungsfeld zu schaffen, um diese Unternehmen an die Hand zu geben. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Referenzprojekt läuft bis Juni 2018. Projektkoordinator ist Homag, Hersteller von Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk. Weitere Informationen unter: www.iuno-projekt.de.



 

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