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Geburtsstätte für Boxen


VERPACKUNG

Im neuen Werk Beringen fertigt Schoeller Allibert Großbehälter und Paletten aus Kunststoff.

Am 21. Juni hat Schoeller Allibert sein neues Werk im belgischen Beringen offiziell eröffnet. Rund 15 Millionen Euro sind in die nordöstlich von Brüssel angesiedelte Immobilie geflossen. Knapp drei Wochen zuvor hatten Vertreter der internationalen Fachpresse Gelegenheit, exklusiv einen Blick hinter die Kulissen der neuen Fabrik zu werfen, nach deren Vorbild der Hersteller von Mehrwegverpackungen zukünftige Standorte entwickeln will.

Großladungsträger im Fokus
In Beringen liegt der Fokus zunächst auf der Produktion von wiederverwendbaren Großladungsträgern, die in erster Linie in der Lebensmittelindustrie sowie im Bereich der Petrochemie zum Einsatz kommen. Erste Produkte rollen dort bereits seit August vergangenen Jahres vom Band, darunter die für die Lagerung und den Transport von Obst und Gemüse prädestinierte Big Box „Maximus“. Der Produktionsausstoß dieser gegen Ende der Nutzungsdauer wiederverwertbaren Kisten wird aktuell auf 700 Stück pro Tag beziffert.

Vom neuen Standort aus adressiert Schoeller Allibert insbesondere Abnehmer in den Beneluxländern sowie in Deutschland und im Norden Frankreichs. Mit der Etablierung einer lokalen Kreislaufwirtschaft will sich der Anbieter als „zuverlässiger Partner der lokalen Community und Wirtschaft positionieren“, sagte Ludo Gielen, Chefstratege und Vorstandsmitglied der Schoeller Allibert Group. Damit verbunden sei die konzernweit getragene Vision, die Welt davon zu überzeugen, vermehrt auf Mehrwegverpackungen aus Kunststoff umzusteigen. Mit dem gebotenen Produktportfolio sowie dezidierten Services sollen Kunden darin unterstützt werden, ihre Lieferketten effizienter auszurichten und Logistikkosten zu senken.

„Wir nennen es 360-Grad-Mehrweg-Verpackungslösungen aus Kunststoff“, so Gielen. Im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit des niederländischen Unternehmens, das eigenen Angaben zufolge 2017 einen Gruppenumsatz von mehr als 0,5 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, stehen Aspekte wie Volumenoptimierung, Langlebigkeit, Wiederverwertbarkeit und Benutzerfreundlichkeit. Daran arbeiten R&D-Teams kontinuierlich mit Hochdruck. Aktuell sollen 35 neue Produkte vor der Markteinführung stehen, einige davon noch in diesem Jahr. 26 weitere befänden sich in Vorbereitung.

Die hierfür erforderlichen Produktionskapazitäten werden zum Teil nun auch durch das neue Werk in Beringen abgedeckt, wo auf einer Fläche von circa 6.000 Quadratmetern Großbehälter und Paletten aus Kunststoff hergestellt werden – 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche. Gezielt investiert wurde unter anderem in modernste Spritzguss-Technologie mit einem Schussvolumen von 60 Litern und einer Druckkraft von 4.000 Tonnen. Nachgeschaltet ist das sogenannte In-Mould-Verfahren, bei dem Formteile auf Wunsch mit kundenspezifischen Etiketten bedruckt werden.

Neben der Produktionshalle finden sich auf dem Firmengelände 4.000 Quadratmeter Außenlagerfläche sowie ein Vertriebs- und Innovationszentrum. Im eigens eingerichteten Showroom können Besucher praktisch die gesamte Produktpalette von Schoeller Allibert in Augenschein nehmen, die die Kernanforderungen der definierten Schlüsselsegmente erfüllen soll: Landwirtschaft, Automobilindustrie, Nahrungsmittel und Nahrungsmittelverarbeitung, Getränkeindustrie, Einzelhandel, industrielle Fertigung und Pooling. 

Der Bau der „Greenfield Factory“ in Beringen sei für Schoeller Allibert ein wichtiger Meilenstein zur Festigung und zum weiteren Ausbau der Position als „Weltmarktführer im Bereich Mehrwegverpackungen“, wie Ludo Gielen betonte. Unterstützung kommt vom Investor Brookfield Business Partners L.P. Die im Mai 2018 bekannt gegebene Kooperation, die in einer Holding namens Schoeller Packaging münden soll, hat das Ziel, das Wachstum des Herstellers in Europa organisch und in Form einer „gezielten Buy-and-Build-Strategie“ weiter zu steigern. Mögliche Opportunitäten würden derzeit geprüft. mp

Autorin: Sabine Vogel, freie Journalistin, Dortmund.



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