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Ausbildung: Viele Stellen bleiben unbesetzt − auch in der Logistik

Für 33 Prozent der Ausbildungsplätze konnten keine Azubis gefunden werden.


Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Das belegt eine Online-Unternehmensbefragung des DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. An der Umfrage hatten sich 11.269 Firmen aus ganz Deutschland beteiligt. Ihre Aussagen belegen, dass sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zuspitzt, teilt der DIHK mit.

Stelle ja Bewerber nein

Demnach konnten 31 Prozent der Betriebe – im Osten sogar 45 Prozent – nicht alle im Jahr 2015 angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Zehn Jahre zuvor hatte das nur für zwölf Prozent der Unternehmen gegolten. Zuletzt erhielten fast 14.000 der Betriebe überhaupt keine Bewerbungen mehr.

Verkehr: zu wenige Bewerber

Am zweithäufigsten fehlen Bewerber im Bereich Verkehr (Transport/Logistik): Hier blieben 2015 33 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt (2014: 35 Prozent). Nur im Gastgewerbe sieht es für die Firmen noch schlechter aus: Hier fehlten für 61 Prozent der Stellen adäquate Bewerber.

Weniger Schüler - mehr Hochschulabsolventen

Die Hauptgründe für die Entwicklung sind laut DIHK, dass immer weniger junge Menschen die Schule verlassen (2016: Minus 5.000). Im Vergleich zu 2006 ist ein Schülerjahrgang heute in etwa um 120.000 Schüler kleiner. Verschärfend wirke sich zum anderen der ungebrochene Run auf die Hochschulen aus.

Leistungsschwächere einstellen

Dennoch sei es zuletzt gelungen, die Zahl der Ausbildungsverträge weitgehend stabil zu halten. Für 2016 liege sie im IHK-Bereich leicht im Plus, und auch die Anzahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten offenen Ausbildungsstellen steigt. "Diese erfreuliche Situation ist auf das verstärkte Engagement der Betriebe zurückzuführen", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Vorstellung der Umfrage. So hätten sich rund 75 Prozent der Ausbildungsbetriebe auf leistungsschwächere Jugendliche eingestellt. Insbesondere in den Bereichen Gastgewerbe, Handel und Verkehr/Logistik werden laut der Umfrage solche Stellen angeboten. Entsprechend seltener sind hier auch die Aussagen, dass die Ausbildungsreife zu bemängeln sei (Gastgewerbe: vier Prozent, Handel neun Prozent, Verkehr neun Prozent).

Achtung: Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel verschärfe sich jedoch, meint Schweitzer: "Die fehlenden Azubis von heute sind die fehlenden Fachkräfte von morgen – und Fachkräftemangel wird in Zukunft immer öfter heißen, dass dual ausgebildete Fachkräfte fehlen." Diesen Trend werde auch die hohe Zahl junger Flüchtlinge in der kommenden Zeit nicht aufhalten können. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse seien bislang nur recht wenige Asylsuchende in den Ausbildungsbetrieben angekommen. Doch seien drei von vier Unternehmen bereit, Flüchtlingen Praktika im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens anzubieten.


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