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Fachkräfte: Bei der Talentsuche hinten dran

Wirtschaftszweig Logistik vernachlässigt laut DHL Talentförderung.


Mehr als ein Drittel der Unternehmen, die weltweit in der Logistikindustrie tätig sind, vernachlässigen die Nachwuchssicherung und investieren zu wenig Ressourcen in die gezielte Entwicklung eigener Mitarbeiter. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „The Supply Chain Talent Shortage: From Gap to Crisis“, die kürzlich von der Deutschen Post DHL veröffentlicht wurde.

Nachwuchs steigert Wettbewerbsfähigkeit

Dabei sei die rechtzeitige und kontinuierliche Gewinnung von jungen Talenten ein großer Wettbewerbsvorteil, wie die Autorin der Studie, Lisa Harrington, Präsidentin der Iharrington Group, im Rahmen der Erhebung betont. So würden aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit gutem Talentmanagement ihren Umsatz 2,2 beziehungsweise 1,5-mal so schnell steigern konnten wie Firmen, die nicht oder nur wenig in Nachwuchs investieren. „Führende Unternehmen wissen, dass ihre Supply Chains – und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter – einen unverzichtbaren Beitrag zu ihrem profitablen Wachstum leisten“, so Harrington. „Für die Unternehmen wird es aber immer schwieriger, Nachwuchskräfte zu finden, die über die nötigen Kompetenzen verfügen, um diese hochkomplexen Prozesse zu steuern. Das gilt insbesondere für die mittleren und höheren Führungsebenen. Marktteilnehmer, die dieses Problem nicht erfolgreich adressieren, riskieren ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.“

Talentlücke wächst

Die Gründe für die wachsende Talentlücke und die Schwierigkeiten vieler Unternehmen Logistiknachwuchs zu generieren sind aus Sicht der DHL-Studie unterschiedliche:

  • Neue Anforderungen: Der ideale Mitarbeiter verfügt heute sowohl über taktische und operative Expertise als auch über professionelle Kompetenzen wie Analysefähigkeiten. 58 Prozent der Unternehmen geben an, dass diese Kombination nur schwer zu finden ist. Die Nachwuchskräfte von morgen müssen aber auch erstklassige Führungskompetenzen, strategisches Denken, Innovationsstärke und allgemeine analytische und technische Qualifikationen mitbringen.
  • Alternde Belegschaft: Bis zu einem Drittel der derzeit in der Logistikwirtschaft beschäftigten Fachkräfte steht kurz vor dem Rentenalter oder hat dieses bereits erreicht.
  • Fehlende Mitarbeiterentwicklung: Ein Drittel der befragten Unternehmen hat keine Schritte unternommen, um einen Talent-Pool aufzubauen oder seine künftige Talent-Pipeline zu füllen.
  • Verbesserungswürdiges Image von Supply-Chain-Berufen: Die Logistikindustrie hat weiter damit zu kämpfen, dass andere Bereiche ein höheres Ansehen genießen und vermeintlich bessere Karrierechancen bieten. Dadurch zeigen die Jobsuchenden von morgen kaum Interesse an einer Tätigkeit in diesem Wirtschaftszweig.

Anreize schaffen

Nach DHL-Angaben skizziert die Studie neben den Ursachen zahlreiche Ansätze, um die Talentlücke zu schließen. So werden etwa klar strukturierte Karrierepfade, ein Bekenntnis zur professionellen Weiterentwicklung der eigenen Supply-Chain-Mitarbeiter sowie eine konkurrenzfähige Vergütung empfohlen, um Talente im Unternehmen zu halten. Die Betonung von Aufgaben, die sich um das Verständnis künstlicher Intelligenz, Robotik und audiovisueller Technologien drehen, könnten aus Sicht der DHL dagegen helfen, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Diese Jobaspekte seien attraktiv für eine jüngere Generation und könnten dazu beitragen, das Image der Logistik zu verbessern, so ein der Konzern.


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