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Update: Transportbienen waren Aprilscherz

Zahlreiche Zugriffe auf Online-Meldung am 1. April

Am 1. April haben wieder zahlreichen Medien Aprilscherze veröffentlicht. Viacom kündigte mit 24Kitten.com den ersten Katzensender an. Journalisten von Turi2.de schrieben über den Start des Lifestyle-Magazins „Bart“ (Herausgeber: „BILD“-Chefredakteur Kai Diekmann) inklusive der Jugendbeilage „Flaum“ an.

Wie schon 2013 hat auch LOGISTIK HEUTE dieses Jahr wieder online eine News veröffentlicht, die nicht der Wahrheit entspricht. Die Redaktion behauptete, dass im Niedersachsenpark ein einzigartiges Lager gebaut wird, in dem Drohnen („Transportbienen“) den Pakettransport übernehmen. Die Zugriffe auf die Meldung lagen deutlich über dem Tagesdurchschnitt. Einige Unternehmen hielten die News für echt und twitterten den Inhalt umgehend.

Die Meldung war ein Gemeinschaftswerk von LOGISTIK HEUTE in Zusammenarbeit mit der Niedersachsenpark GmbH, dem Beratungsunternehmen Logivest GmbH, dem Entwickler Gateway Real Estate AG und dem Intralogistikspezialisten Grenzebach Automation GmbH. Die Beteiligten wollten mit der Aktion darauf hinweisen, dass es sowohl für Laien manchmal schwierig ist zu unterscheiden, was in der Logistik technisch bereits möglich ist und was aus der Luft gegriffen ist. Völlig aus der Luft gegriffen waren die Drohnen. Wie LOGISTIK HEUTE berichtete, arbeiten zwar Unternehmen wie Amazon und DHL an dem Einsatz solcher Fluggeräte. Aber viele technische und vor allem rechtliche Fragen sind noch offen. Nicht erfunden war ein möglicher Einsatz des Kommissioniersystems „G-Com“, ein Fahrerloses Transportsystem von Grenzebach, das vollautomatisch Regale samt Waren zur einer Kommissionierstation bringt. Das System ist seit Kurzem auf dem Markt. 2013 veröffentlichte LOGISTIK HEUTE einen Aprilscherz, in dem die Redaktion behauptete, dass mangels vorhandener Logistikflächen im Großraum München eine riesige Lagerhalle für die Bier- und Hendl-Distribution auf der Theresienwiese gebaut werden soll.

Intralogistik: Transportbienen revolutionieren Pakettransporte

Weltweit einzigartiges Lager im Niedersachsenpark soll 2014 den Betrieb aufnehmen.

Im Niedersachsenpark in Neuenkirchen-Vörden soll noch in diesem Jahr die weltweit modernste und außergewöhnlichste Logistikanlage entstehen. In der Hightech-Halle, deren Form an die eines Bienenstocks erinnert, sollen Waren vollautomatisch ein- und ausgelagert werden können. „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, dieses Pilotprojekt in den Niedersachsenpark zu holen. Eine erfolgreiche Testphase vorausgesetzt, wird die neue Generation der Lagerhaltung für den Niedersachsenpark einen Paradigmenwechsel einleiten“, betonte Uwe Schumacher, Geschäftsführer der Niedersachsenpark GmbH, am 1. April gegenüber Journalisten.

 

Was im Versand von Expresssendungen und eiligen Paketen etwa von Amazon bereits erprobt wurde, aber wohl noch Entwicklungsbedarf hat, könnte laut Logistikexperten dem Niedersachsenpark weitere Neuansiedlungen bringen: der Einsatz von sogenannten Drohnen, ferngesteuerten Kleinflugzeugen, die Waren selbstständig von A nach B transportieren. Derzeit arbeiten verschiedene Logistikfachleute daran, ein völlig neues Konzept für die Lagerung und Kommissionierung von Waren zu entwickeln, in dem die Drohnen-Technologie eine zentrale Rolle spielen soll.

Die Pilotanlage im Niedersachsenpark will der Logistikimmobilienentwickler Gateway Real Estate AG, Frankfurt am Main, mit dem Intralogistik- und Automatisierungsspezialisten Grenzebach Automation GmbH, Karlsruhe, errichten. Die Vermarktung der Flächen liegt exklusiv beim Münchener Logistikimmobilienberater Logivest GmbH. Die neue Anlage wird mit einer Höhe von rund 80 Metern die wohl höchste Lagerhalle der Welt werden und rund 150.000 Quadratmeter Lagerfläche bieten. „Wir gehen hier gemeinsam mit unseren Partnern ganz neue Wege. Die Vorteile, die sich durch das neue Layout und die veränderten Abläufe ergeben, sind überwältigend“, so Fred-Markus Bohne, Chief Operating Officer bei Gateway.

Die Hochregale sind wabenförmig konstruiert und ineinander verschachtelt. Die Wabenregale, die nicht mehr von Menschen bedient werden können, lösen herkömmliche Hochregalanlagen ab und ermöglichen eine um 70 Prozent bessere Platzausnutzung. Für jedes Regalstockwerk wird ein Flugkorridor programmiert, in dem die Drohnen wie Bienen die Regale anfliegen. Am Boden ist das vor Kurzem vorgestellte Kommissioniersystem „G-Com“ von Grenzebach im Einsatz, das aus einem mobilen Regalsystem, einem Fahrerlosen Transport System (FTS) und flexibel gestaltbaren, multifunktionalen Pack-Stationen besteht. Die gesamten Abläufe werden vom Grenzebach-Flottenmanager, einer Hochleistungssoftware, die ursprünglich für die Bewegungen der bodengebundenen FTS entwickelt wurde, gesteuert. Während die größeren und schwereren Güter am Boden vom FTS zu den Pack-Stationen gebracht werden, kümmert sich ein Schwarm Drohnen um die Waren bis zu fünf Kilogramm Gewicht. Die Software für die intelligenten Lagerbienen, die in der Lage sind Hindernissen selbstständig auszuweichen, wurde an einem Grenzebach-Flugsimulator entwickelt, an dem normalerweise Piloten unter nahezu realen Bedingungen trainieren. Jede Drohne muss mindestens 40 Flugstunden nachweisen, um vom Luftfahrtbundesamt zugelassen zu werden. „Der Einsatz der intelligenten Drohnen in Kombination mit unseren bestehenden Technologien eröffnet eine neue Dimension in der Intralogistik. Das vollautomatische Lager ist damit keine Vision mehr, sondern höchsteffiziente Realität“, betont Adrian Siegler, Geschäftsführer der Grenzebach Automation GmbH.

Nach Schätzungen von Experten lassen sich mit dem kombinierten Einsatz von FTS und Drohnen die Packzeiten im Lager um bis zu 80 Prozent gegenüber herkömmlicher Kommissionierung reduzieren. Für eilige Direktzustellungen haben die Planer kleine Öffnungen in der Hallendecke konzipiert, durch die die Drohnen direkt vom Regal aus losfliegen können. Benötigen die Lagerbienen für ihre Expressaufträge Waren, die gerade im Regal unterwegs sind, können sie sie mit speziellen Greifern „on the flight“ aus den rollenden Regalen entnehmen.

Das Land Niedersachsen will die Anlage mit rund zehn Millionen Euro fördern. Als Mieter ist unter anderem ein großes Versandhandelsunternehmen im Gespräch. Aus gut informierten Logistik-Kreisen ist zu hören, dass das Unternehmen von der Anlage im Niedersachsenpark aus Waren in ganz Europa verteilen will. Kuno Neumeier, Geschäftsführer beim Logistikimmobilienberater Logivest, glaubt, dass sich diese neue Generation von Logistikimmobilien sich durchsetzen wird: „Der Bienenstock ist das Modell aus der Natur, das überall dort, wo kleinteilige Lagerung und Kommissionierung gefragt sind, die optimale Effizienz und Qualität ermöglicht. Die Anlage am Niedersachsenpark wird beweisen, dass wir dank der modernsten Technologien und der intelligenten Bauweise heute in der Lage sind, dieses Potenzial aus der Natur auf die Bedürfnisse der Industrie und Logistik zu übertragen.“


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