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Forschung: Sichere Lieferketten durch eine IT-Plattform

Forschungsprojekt soll Logistikprozesse zuverlässiger machen.

Logistische Prozesse müssen zuverlässig funktionieren. In der Praxis unterliegen Lieferketten allerdings zahlreichen Herausforderungen wie beispielsweise Staus, technischen Störungen oder nicht bereitgestellten Waren. Dann sind manuelle Korrekturen notwendig. Im Projekt „ProveIT“ („Production plan based recovery of vehicle routing plans within integrated transport networks“) unter der Leitung der Robert Bosch GmbH, Gerlingen-Schillerhöhe, wollen Forscher jetzt die Grundlage für objektiv geprüfte und verlässliche Eingriffe in vernetzte Logistiksysteme schaffen. Dazu entwickeln sie eine IT-Plattform, die Disponenten dabei unterstützen soll, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ziel seien wirtschaftlich optimierte und stabile Lieferketten, die nicht durch falsche Eingriffe und Reaktionen aus dem Takt geraten. Laut Bosch wird erwartet, dass ProveIT die Transportleistungen bei gleichbleibenden Transportvolumen um fünf Prozent reduzieren kann – mit entsprechenden Energie-, Kosten- und Kohlenstoffdioxid-Einsparungen. Das Projekt laufe bis zum Herbst 2016.

Gebündelte Informationen

Die ProveIT-Plattform soll jedoch nicht nur Disponenten die notwendigen Informationen liefern, um auf Störungen angemessen reagieren zu können. Zudem ziele die Plattform darauf ab, gestörte Transportnetzwerke schnell in den Soll-Zustand zurückzuführen. Das Projektteam nutze dazu zum Beispiel die Verfolgung von Fahrzeugen mittels GPS oder Software zur Transportplanung. Neu sei dabei, dass auch Informationen aus der Produktion einfließen sollen: Wie dringend braucht zum Beispiel das Empfangswerk eines Automobilherstellers das bestellte Material? Auch Daten zum Absatz von Produkten oder zur Verkehrslage („Big Data“) können von der Plattform einbezogen werden, teilt Bosch mit. Damit die Plattform Echtzeitdaten wie zum Beispiel die Fahrzeugposition oder den Ablieferstatus berücksichtigen kann, wird unter anderem eine Applikation für mobile Endgeräte von Lkw-Fahrern entwickelt.

Förderung von 2,8 Millionen Euro

Industrieller Anwender der Plattform ist neben der Robert Bosch GmbH auch die ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen. Außerdem übernimmt der Logistikdienstleister Hans Geis GmbH + Co. KG, Bad Neustadt, die operative Transportplanung und Umsetzung. Die Karlsruher Firmen Locom Software GmbH und PTV Planung Transport Verkehr AG entwickeln als IT-Anbieter die Systemlösungen zur Transportplanung und -steuerung. Das Forschungszentrum Informatik (FZI) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verantwortet die Komponenten für das Abweichungs- und Störungsmanagement. Für das Gesamtkonzept und den wissenschaftlichen Ansatz ist das Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) am KIT verantwortlich. Im ersten Schritt baut das Konsortium eine gemeinsame Systemarchitektur auf, die dann anschließend im Pilotbetrieb getestet und weiterentwickelt wird. Gefördert wird das Forschungsprojekt mit 2,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


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