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Industrie 4.0: Mittelstand nutzt neue Technologien kaum

Studie belegt den Nutzen für Logistik und Produktion.


Der deutsche Mittelstand ist Industrie 4.0 Technologien gegenüber nach wie vor zurückhaltend. Das geht aus einer Studie des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund, in Zusammenarbeit mit der Agiplan GmbH und der Zenit GmbH (beide Mülheim an der Ruhr) hervor, die am 26. August im Rahmen der Veranstaltung „Roadmap zur Industrie 4.0“ vorgestellt wurde. In der Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entstand, wurden Industrie 4.0 Technologien erstmals anhand ihres Reifegrads geordnet und mit der Nachfrage im Mittelstand abgeglichen.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Darin stellen die Autoren fest, dass mittelständische Unternehmen in Deutschland die Potenziale von Industrie 4.0 zwar erkannt haben und einige der Technologien bereits marktreif sind, diese aber noch zu selten umgesetzt werden. Dies gelte insbesondere für die Bereiche Datenverarbeitung und Assistenzsysteme. Zwar würden in den meisten Betrieben Daten erfasst, diese jedoch nicht ausgewertet, beziehungsweise ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Nur teilweise erforschte und marktreife Technologien wie autonome Maschinen und sich selbstorganisierende Prozesse finden laut Studie in kleinen und mittelständischen Unternehmen gar keine Anwendung. Gerade in den Bereichen Produktion und Logistik können Industrie 4.0 Technologien nach Angaben des Autorenteams jedoch von Nutzen sein und zu wirtschaftlicher Wertschöpfung beitragen.

Empfehlungen an Politik und Wirtschaft

Neben der Analyse der unterschiedlichen Technologien und ihrer Anwendung gibt die Studie Empfehlungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit. Demnach sollen Forschungsansätze, die neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsmuster aufzeigen demnächst mehr Beachtung finden. Die Politik sei außerdem aufgefordert die passenden Rahmenbedingungen für den Einsatz von Industrie 4.0 Technologien zu schaffen, wie eine größere Rechtssicherheit und qualifiziertes Fachpersonal. Ein weiterer Vorschlag der Autoren ist darüber hinaus die Schaffung von Kompetenzzentren, die Forschungsergebnisse in die Praxis tragen.


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