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Transport: Virtuelles Depot senkt Leercontainermenge

Hamburger Hafen synchronisiert Verkehre bei den Packbetrieben über eine Plattform.


Schätzungen der Hamburg Port Authority (HPA) zufolge entfallen mehr als eine Million Lkw-Fahrten jährlich im Hamburger Hafen allein auf die Leercontainerlogistik. Bereits seit geraumer Zeit erarbeitet die HPA daher gemeinsam mit Hafenunternehmen und Verbänden Konzepte zur Verbesserung der logistischen Prozesse mit dem Ziel, die stark beanspruchte Straßeninfrastruktur zu entlasten.

Logistikprozesse verbessern

Neben Maßnahmen wie der Verlagerung von Leercontainermengen auf andere Verkehrsträger, wie zum Beispiel das Binnenschiff, sei das Projekt „Virtuelles Depot“, das in Zusammenarbeit mit dem Fachverband der Containerpackbetriebe und dem amerikanischen IT-Konzern IBM entstand, ein weiterer Ansatz, um die Logistikprozesse und damit letztlich den Verkehrsfluss zu verbessern. „Man kann sagen: Ein virtuelles Depot, aber ein realer Erfolg.“, sagt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der HPA.

Cloudbasiertes System

Das sogenannte Virtuelle Depot ist eine Plattform für die Leercontaineroptimierung, die Lkw-Verkehre bei den Packbetrieben synchronisiert. Mittels eines IT-Systems findet nach Freigabe durch die beteiligte Reederei ein interner Austausch zwischen den Packbetrieben statt. „Das cloudbasierte System ermöglicht Packbetrieben, verfügbare Leercontainer anderer kooperierender Packbetriebe, die an ein Depot zurückgeliefert werden sollen, zu finden und für einen direkten Tausch, zu reservieren“, sagt Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter Nord & Ost bei IBM. Durch den transparenten Datenaustausch zwischen den Projektteilnehmern würden nicht nur unnötige Leercontainerfahrten reduziert und die Hafenstraßen entlastet, sondern auch eine kostengünstigere Leercontainerlogistik ermöglicht.

Pilotprojekt gestartet

Nach einer Testphase im vergangenen Jahr startete das Pilotprojekt im März 2016. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, sagt Thomas Wolnewitsch, Vorsitzender des Fachverbands der Containerpackbetriebe. „Derzeit nehmen bereits über die Hälfte der Mitgliedsunternehmen unseres Fachverbands sowie elf Reedereien am Projekt ‚Virtuelles Depot‘ teil.“ Je mehr Teilnehmer sich dem Projekt anschließen, desto größer werde der positive Effekt sein.

Nicht das erste Optimierungsprojekt

Das Virtuelle Depot ist nicht das erste Projekt der HPA, um Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen. So wurde im März 2015 beispielsweise gemeinsam mit der Bonner Deutschen Telekom AG und der Walldorfer SAP Deutschland SE & Co. KG nach zweijähriger Testphase das Projekt „smartPORT logistics“ (SPL) zur offiziellen Nutzung freigegeben (LOGISTIK HEUTE berichtete). Die IT-Lösung soll Unternehmen, Partner und Kunden des Hamburger Hafens miteinander vernetzen, sodass sie ihre Prozesse in Echtzeit aufeinander abstimmen können.


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