Werbung

Studie: Smarte neue Logistikwelt in Hessen

Fraunhofer IML und HOLM sehen große Veränderungen in der Zukunft.


Werbung

Das Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und das Frankfurter Forschungszentrum House of Logistics and Mobility GmbH (HOLM) haben eine umfassende Studie zur Zukunft der Logistik in Hessen bis 2035 vorgelegt. Für die Arbeit mit dem Namen „Logistik und Mobilität in Hessen 2035 - Ein Zukunftsbild“ haben die Forscher 200 Experten und 300 hessische Bürger nach ihrer Einschätzung von Zukunftsthesen befragt. Ausgehend von diesen Einschätzungen haben 70 Logistik- und Mobilitätsexperten Handlungsempfehlungen formuliert, die ebenfalls in der Studie enthalten sind. Die Studie identifiziert mehrere Entwicklungen, die durch die Digitalisierung und den technischen Fortschritt angestoßen werden.

Logistik wird smarter und sauberer

Nach Einschätzung der Experten wird Hessen zwar auch 2035 nicht staufrei sein. Doch es wird ihnen zufolge weniger Stillstände auf Autobahnen geben, weil Verkehr zunehmend intelligent gesteuert wird. Teil der Verkehrssteuerung könnte zum Beispiel das Kolonnenparken von Lkw auf Autobahnrastplätzen sein. Dabei werden die Fahrzeuge nach Abfahrtszeiten sortiert und dicht hintereinander geparkt. Intelligente Verkehrssyteme und verbesserte Sensorik an den Fahrzeugen sollen zudem die Zahl der Unfälle reduzieren. Ein Viertel des hessischen Gesamtverkehrs dürfte laut Studie in 2035 von autonomen Fahrzeugen bewältigt werden. Zudem gehen 80 Prozent der Experten davon aus, dass die Hälfte aller Transportfahrzeuge 2035 emissionsfreie Antriebe nutzt.

Die Zukunft des Flughafens Frankfurt

Trotz der Verlagerung von Hub-Verkehren werde der Frankfurter Flughafen seine Bedeutung behalten, merkt die Studie an. Der Flughafen dürfte sich zu einer „Airport City“ wandeln, also zu einem wichtigen Standort für Dienstleistungen, Handel, Konferenzen, Forschung und Freizeit. 80 Prozent der teilnehmenden Experten glauben nicht, dass ein schneller Schienengütertransport dazu führt, dass Luftfracht auf die Schiene verlagert wird.

Schwache Infrastruktur und starke Lastenräder

Pessimistisch blicken die Mobilitätsspezialisten auf die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur. Die Mehrheit der befragten Experten prognostiziert, dass die künftig angestiegene Mobilitätsnachfrage weder vom Straßen- noch vom Bahnverkehr in Hessen im Jahr 2035 angemessen bedient werden kann. Dr. Ralph Körfgen, der als Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter DB Vertrieb GmbH ebenfalls an der Studie teilnahm, ergänzt dazu: „Es wird keine grundlegend neue Verkehrsinfrastruktur in Deutschland bis 2035 gebaut.“ Optimistischer blicken die Spezialisten auf alternative Lieferkonzepte auf der letzten Meile, wie zum Beispiel Drohnen, Hochbahnen, Lastenräder oder Kofferraumzustellung. Die meisten Experten glauben, dass sie die konventionelle Güterverteilung bis 2035 ablösen. Der Geschäftsführer des Fahradherstellers Riese&Müller GmbH in Weiterstadt, Markus Riese, nahm auch an der Studie teil und ist optimistisch: „Für 2035 ist ein Anteil von 50 Prozent an Lastenrädern auf der letzten Meile realistisch.“

C02-Steuer und Luftschiffe als Option

Die Mobilitätsspezialisten schlagen in der Studie vor, die Forschung über künstliche Intelligenz auszubauen sowie neue Ausbildungskonzepte zu entwickeln. Mischqualifikationen dürften ihnen zufolge gefragter werden. Beispielsweise würden Lkw-Fahrer mit Buchhaltungskenntnissen für Firmen interessant werden. Zudem regen die Experten Untersuchungen zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten von Luftschiffen und zu einer CO2-Steuer an. Letztere soll Anreize für umweltfreundliche Transportkonzepte schaffen. (ld)


Aktuelle Fotostrecke

Traditionell findet am Abend des ersten Tages auf dem Deutschen Logistik-Kongress der Galaabend mit der Verleihung des Deutschen Logistik-Preises statt. Dieses Jahr war es am 25. Oktober so weit,...

Inhalt in sozialen Medien teilen

Logistik-Themen mit ähnlichen Inhalten...

 

© 2017 HUSS-VERLAG GmbH München | Alle Rechte vorbehalten