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Intralogistik: Aufbruch in die digitale Zukunft

Fachforum auf der LogiMAT 2017 nimmt grundlegende Fragen in den Fokus.


Mit der Frage, wie die Zukunft der Intralogistik aussehen könnte, hat sich am Eröffnungstag der LogiMAT 2017 in Stuttgart ein Fachforum beschäftigt. „In der vierten industriellen Revolution werden sich die Arbeitsplätze grundlegend wandeln. Der Mensch wird mit Maschinen interagieren müssen“, sagte Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, der die Veranstaltung moderierte und zudem einen Impulsvortrag hielt.

Vision der Social Networked Industry

Der Dortmunder Logistikwissenschaftler skizzierte das Bild einer „Social Networked Industry“, in der Menschen und Maschinen ein soziales Netzwerk als organisatorische Plattform nutzen, um Informationen auszutauschen und gemeinschaftlich Aufgaben zu bearbeiten. „Wir werden in Zukunft aus Daten Prozesse machen“, betonte ten Hompel im Kontext des Maschinellen Lernens. Die neuen Formen der Mensch-Maschine-Interaktion bedeuten laut dem Forscher zudem, dass zu klären ist, wie die Verantwortung zum Beispiel zwischen intelligenten Regalen und dem Menschen geteilt wird. „Was heißt künftig verantwortliches Handeln?“, sei eine entscheidende Frage, so ten Hompel. „Welche Normen werden gelten?“

Problem des Dateneigentums

Über „Sensor Intelligence“ referierte Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Vorstandes der Sick AG. Der Unternehmenslenker des Sensorikspezialisten aus Waldkirch machte deutlich, dass im industriellen Umfeld „Daten schon immer goldwert“ waren. Das Dateneigentumsproblem werde heute häufig unterschätzt, sagte Bauer. Bilaterale Datenströme seien Stand der Technik, multilaterale Datenströme aber eine Herausforderung. Es gelte, die Datensouveränität zu vertretbaren Transaktionskosten sicherzustellen.

Sick zählt zu den Gründungsmitgliedern der Industrial Data Space Association, die im Februar 2016 ins Leben gerufen wurde. Durch den Industrial Data Space sollen Unternehmen Datensicherheit und digitale Souveränität wahren können, wie Bauer auf dem LogiMAT-Fachforum schilderte.

Wohin die Reise geht

Gerald Hofer, Vorsitzender des Vorstandes beim Intralogistikunternehmen Knapp AG mit Sitz in Hart bei Graz, gab einen Ausblick, wohin die Reise in der Intralogistik gehen könnte. Als Beispiele nannte er unter anderem Shuttlesysteme mit Schwarmintelligenz und digitale, selbstlernende Systeme. Nach wie vor aber sei der Mensch das beste Werkzeug, sagte Hofer. Es gelte, die Stärken von Menschen und Technik bestmöglich zu kombinieren.

Mensch, Technik, Sensorik

Mit dem Titel „Rein in die Kiste. Raus aus der Kiste - Industrie 4.0“ hatte Matthias Klug, Head of International Corporate Communications beim Hamburger Intralogistikanbieter Still GmbH, seinen Redebeitrag überschrieben. Klug zeigte am Beispiel des Flurförderzeugs „ iGo neo CX 20“, das dem Kommissionierer bei der Arbeit auf Schritt und Tritt folgt, wie Mensch und Technik mit Hilfe von Sensorik zusammenspielen können. Der Still-Chefkommunikator rief zudem dazu auf, dass sich Unternehmen miteinander vernetzen sollten, getreu dem Motto „keine Angst vor Datenaustausch“.

Die LogiMAT 2017 – 15. Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss, findet vom 14. bis 16. März in Stuttgart statt. 1384 Aussteller aus 36 Ländern präsentieren auf der Intralogistik-Messe ihre Angebote. Begleitet wird die Leistungsschau, die unter dem Leitspruch „Wandel gestalten Digital - Vernetzt – Innovativ“ steht, von einem Rahmenprogramm aus 31 Fachforen mit rund 130 Referenten.


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