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Flurförderzeuge: Linde verlängert Kooperation mit Robotikfirma Balyo

Intralogistikanbieter rechnet mit rasanter Robotisierung im Lager.


Der deutsche Flurförderzeugehersteller und Lösungsanbieter Linde Material Handling GmbH, Aschaffenburg, und der französische Robotik-Spezialist Balyo SA, Moissy-Cramayel, haben ihre Zusammenarbeit um weitere zehn Jahre verlängert. Seit 2015 kooperiert Linde bei der Entwicklung und Produktion von automatisierten Fahrzeugen mit dem französischen Unternehmen. Inzwischen seien alle Lagertechnik-Geräte aus dem Linde-Portfolio als automatisierte Variante lieferbar. „Wir sind über die Pilotphase längst hinaus und haben erste Verträge mit Großkunden abgeschlossen, die wir weltweit mit automatisierten Fahrzeugen beliefern“, erklärte Tobias Zierhut, Head of Product Management Warehouse Trucks bei Linde Material Handling den strategischen Schritt. Vor allem im Mehrschichtbetrieb sei der Einsatz von selbstfahrenden Geräten inzwischen vielerorts Standard und rechne sich für die Kunden auch wirtschaftlich in kürzester Zeit.

Fahrzeuge orientieren sich selbständig

Gemeinsam reklamieren die Anbieter die Technologieführerschaft in der Branche. Vor allem die schnelle Einsatzbereitschaft und die gute Indoor-Orientierung der Geräte seien Argumente für die Robotik. „Unsere Technologie ist nicht auf im Lager angebrachte Reflektoren, Induktionskabel oder Magnete angewiesen“, warb Balyo-CEO Fabien Bardinet. Bei der Installation werde das Einsatzgebiet (in der Regel eine Lagerhalle) zunächst kartografiert und die Information an das Fahrzeug überspielt. Dann orientiere sich das Fahrzeug per unsichtbarer, Laser-gesteuerter Geonavigation selbstständig, skizziert der Robotikspezialist.

Jedes fünfte Linde-Fahrzeug soll automatisiert laufen 

Der Markt für selbstfahrende Materialfluss-Produkte wächst laut Linde rasant. „Wir gehen davon aus, dass bis 2025 fast ein Fünftel unserer Fahrzeuge automatisiert betrieben werden“, prognostiziert Zierhut. In den vergangenen Jahren habe sich die Nachfrage jeweils mehr als verdoppelt. Dabei spiele auch der Fachkräftemangel eine Rolle. „Durch automatisierte Fahrzeuge können sich die Mitarbeiter auf anspruchsvolle Aufgaben konzentrieren, statt die immer gleichen Arbeitsschritte vornehmen zu müssen“, erläutert Zierhut. Robotergesteuerte Fahrzeuge bräuchten keine Pausen, arbeiteten mit immer gleicher Qualität und Geschwindigkeit und verursachten keine Unfälle, warb der Intralogistikspezialist.

1,5 Millionen Jobs fallen weg

Von einer Produktivitätssteigerung durch Robotisierung im Lager ging auch eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger vom Juni 2016 aus. Die Produktivität im Lager könne so um 20 bis 40 Prozent steigen, prognostizierten die Berater. Die Kosten von Robotiklösungen würden bis 2020 unter 100.000 Euro fallen. Gleichzeitig würden auf der makroökonomischen Ebene allerdings zahlreiche Jobs im ungelernten Bereich wegfallen, die Beratung rechnet mit bis zu 1,5 Millionen wegfallenden Stellen in der gesamten EU. (jr/ld)


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