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Studie: Automatisierung bedroht Arbeitsplätze in der Automobilindustrie

Fast die Hälfte der Jobs könnte wegfallen.


Rund 46 Prozent der Arbeitsplätze in der Automobilindustrie sind laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens MHP und der Hochschule Reutlingen durch zunehmende Automatisierung bedroht. Demnach könnten bis 2030 insbesondere repetitive Tätigkeiten durch den vermehrten Einsatz intelligenter Roboter und Systeme ersetzt werden.

Mehr als die Hälfte mit hohem Risiko

Um die Effekte der Digitalisierung auf die Automobilindustrie zu untersuchen, haben die Autoren nach eigenen Angaben die Berufsbilder der Branche in einzelne Tätigkeiten zerlegt und auf Basis von Vergleichsdaten die Automatisierungswahrscheinlichkeit abgeleitet. Danach arbeitet rund die Hälfte im Bereich Beschäftigten in Berufsbildern mit einer Automatisierungswahrscheinlichkeit von 70 bis 100 Prozent. 33 Prozent bekleiden hingegen Tätigkeiten mit einem Automatisierungsgrad von 30 bis 70 Prozent. Bei 21 Prozent besteht sogar nur eine Wahrscheinlichkeit von maximal 30 Prozent, dass der eigene Job von einem Roboter ersetzt werden könnte.

Logistik liegt im Mittelfeld

Tätigkeiten im logistischen Bereich liegen nach dieser Einschätzung im Mittelfeld beziehungsweise im oberen Drittel und hängen stark von der jeweiligen Qualifikation des Einzelnen ab. So liegt die Wahrscheinlichkeit des Arbeitsplatzverlustes durch Automatisierung bei Lagermitarbeitern und Materialbestellern bei knapp 57 Prozent. Vor allem Transportroboter und fahrerlose Flurförderzeuge stünden hier bei der Digitalisierung im Vordergrund. Allerdings würde die Belegschaft im Lagerbereich durch Innovation auch unterstützt. Vor allem auf ergonomischer Ebene finde durch die Nutzung von Exoskeletten, Leichtrobotern und Augmented-Reality-Brillen eine Entlastung der Mitarbeiter statt. Dennoch könnte ohne gezielte Maßnahmen von Unternehmen und Arbeitgebern das Angebot an Lagerfachkräften die Nachfrage in absehbarer Zeit überschreiten.

Innovationen entlasten auch

Wie die Studie ergab, sind Einkäufer im Automobilbereich wesentlich mehr durch die zunehmende Automatisierung bedroht als Kommissionierer und Co. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit durch einen Roboter ersetzt zu werden bei 64,33 Prozent. Allerdings, so die Autoren, macht die Erhebung keinen Unterschied zwischen strategischen und operativem Einkauf. Da die strategische Komponente des Berufsbilds laut der Wissenschaftler an Bedeutung gewinnen wird, könnte die tatsächliche Automatisierungswahrscheinlichkeit niedriger liegen. Der Prognose zufolge können kognitive Systeme den strategischen Einkäufer sogar unterstützen, indem sie die Ware vom Lieferanten bis zum Lager überwachen und rechtzeitig vor Störungen und Verzögerungen warnen.

Erweiterung der IT-Kenntnisse

In beiden logistischen Bereichen empfehlen die Studienmacher die Vertiefung von IT-Kenntnissen durch Fort- und Weiterbildungen. Darüber hinaus sollten Einkäufer mit Abitur über ein weiterführendes Studium im Bereich Global Supply Chain Management oder Supplier Relationsship Management nachdenken.


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