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Studie: Frauen verdienen im Einkauf deutlich weniger

Gehaltunterschiede nach Bundesländern sind auch groß.


Die Höhe der Gehälter im Einkauf beeinflussen das Geschlecht des Arbeitnehmers und das Bundesland, in dem der Arbeitsplatz ist, sehr stark. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung unter 1.712 Einkaufsmanagerinnen und Managern in Deutschland. Den Gehaltsreport erstellten das Beratungsunternehmen Kloepfel Holding GmbH mit Sitz in Wien und die Wer liefert was? GmbH mit Sitz in Hamburg, die den gleichnamigen B2B-Marktplatz betreibt. Die Unternehmen führen die Studie im jährlichen Rhythmus durch. Die diesjährige Studie ist die fünfte dieser Art.

Die wenigen Frauen sind schlecht bezahlt

Nur 21 Prozent der Einkäufer im Teilnehmerfeld sind weiblich. Bei den Einkaufsleitern sogar nur zehn Prozent. Grundsätzlich verdienen männliche Einkaufsleiter wie bereits in den Studien der Vorjahre mehr als ihre Kolleginnen. Während Einkäuferinnen durchschnittlich 53.158 Euro verdienen, erhalten Einkäufer 63.120 Euro und damit rund 19 Prozent mehr. Bei der Einkaufsleitung ist der Abstand noch dramatischer. Einkaufsleiterinnen erhalten im Schnitt 60.222 Euro, während Einkaufsleiter mit 75.709 Euro fast 25 Prozent mehr verdienen.

Unternehmen in der Pflicht

„Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern sind auch im Einkauf deutlich zu spüren und haben sich mit Blick auf die letzten Jahre in keiner Weise gebessert. Hier sind neben der Politik auch die Unternehmer und Verbände gefordert, diese Ungleichheiten abzuschaffen“, kommentiert Philipp Heymann, Geschäftsführer bei Kloepfel Recruiting, die Ergebnisse der Studie.

Gehälter nach den Bundesländern

Bei der Höhe des Gehalts ist ein Faktor noch entscheidender als das Geschlecht: Das Bundesland, in dem der Einkäufer arbeitet. Die Gehaltsunterschiede belaufen sich nach Betrachtung der Bundesländer auf bis zu 37.652 Euro. Einkäufer in Nordrhein-Westfalen verdienen mit 72.659 Euro am meisten und ihre Kollegen aus Sachsen mit 35.007 Euro am wenigsten. Bei den Einkaufsleitern liegen die Unterschiede bei bis zu 29.926 Euro. Das größte Durchschnittsgehalt gibt es in Baden-Württemberg (80.023 Euro), das kleinste in Brandenburg (50.097 Euro). Grundsätzlich kann man laut der Kloepfel in der Studie eindeutig feststellen, dass Einkaufsleiter und Einkäufer aus dem Osten deutlich weniger verdienen als ihre Kollegen im Westen.

Innovationen zu wenig wertgeschätzt

Sowohl bei den Einkäufern (37 Prozent) als auch bei den Einkaufsleitern (33 Prozent) wird die Einkaufsleistung überwiegend an den Einsparungen gemessen. Allerdings werden nur bei rund jedem zehnten Einkäufer und Einkaufsleiter Innovationen finanziell honoriert. „Diese Zahlen sind insofern erschreckend, als dass der Einkauf mit seinen zahlreichen Schnittstellen im Unternehmen und mit den Lieferanten im Rahmen der Digitalen Transformation große Chancen hat, als Innovator eine Schlüsselrolle zu besetzen. Viele Umfragen belegen, dass der Einkauf 4.0 für die Unternehmen als Innovationsmotor und Prozessoptimierer gegenüber dem Kostendrücker an Bedeutung gewinnt“, sagt Sebastian Thelen, Geschäftsführer von Kloepfel Digital Transformation.

Pharma zahlt viel, Handel wenig

Auch der Wirtschaftsbereich hat einen großen Einfluss auf das Gehalt. Firmen aus dem Bereich Pharma und Sonderfahrzeugbau zahlen am meisten. Am wenigsten Gehalt gibt es in der Möbelindustrie und im Handel.

AnhangGröße
Gehälter von Einkäufern nach Bundesländern, 20171.26 MB

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