Werbung

Projektmanagement: Zukunft von Logistik und Außenwirtschaft wird agil

AEB und DHBW Stuttgart stellen Studienergebnisse vor.


Agiles Projektmanagement in Logistik und Außenwirtschaft erlangt einer neuen Studie zufolge einen immer höheren Stellenwert. 84 Prozent der Unternehmen bezeichnen agiles Vorgehen als klaren Wettbewerbsvorteil und zwei Drittel rechnen damit, dass agile Methoden das klassische Projektmanagement in Logistik- und Außenwirtschaftsprojekten ablösen werden. Diese Ergebnisse zeigt die Studie „Agile Zukunft – wie agiles Projektmanagement Logistik und Außenwirtschaft verändert“ des Logistiksoftware-Unternehmens AEB GmbH und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart. Über die Resultate informierte AEB Ende November die Presse.

155 Experten befragt

Befragt wurden branchenübergreifend 155 Experten aus den Bereichen Logistik, Außenwirtschaft und IT. Die Teilnehmer arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe und kommen zu circa 80 Prozent aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jeder zehnte Teilnehmer ist Mitglied der Geschäftsführung oder des Vorstandes und mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hat eine mittlere Führungsposition als Leiter eines Geschäftsbereichs oder einer Abteilung inne.

Mehrheit sieht agile Methoden positiv

Ein Großteil der Befragten beurteilt laut Studie agile Methoden positiv. So erwarten 87 Prozent der Experten dadurch effizientere Prozesse, 86 Prozent eine schnellere Umsetzung und 79 Prozent bessere Ergebnisse. Auch unter Kostenaspekten kann agiles Projektmanagement punkten: 60 Prozent halten geringere Projektkosten für wahrscheinlich. Außerdem rechnen 83 Prozent der Befragten damit, dass agiles Vorgehen zu einer höheren Mitarbeitermotivation führt. „Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Grundprinzip selbstagierender Teams in agilen Projekten“, sagte Studienautor Prof. Dr. Dirk Hartel von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. „Man kann davon ausgehen, dass größere Freiheitsgrade das Verantwortungsbewusstsein und die Motivation der einzelnen Teammitglieder erhöhen.“

Offene Unternehmenskultur gefragt

Um agiles Projektmanagement erfolgreich einzusetzen, braucht es der Studie zufolge vor allem eine dafür offene Unternehmenskultur. Fast drei Viertel der Teilnehmer halten diese für einen bedeutenden Erfolgsfaktor. Vor allem Mitarbeiter aus der Altersgruppe unter 50 Jahren sehen das so. Auch die Unterstützung durch Vorgesetzte und die radikale Bereitschaft von Menschen mit Führungsverantwortung, selbst agil zu werden, spielen eine entscheidende Rolle. „Hier ist ein Bewusstseinswandel notwendig, der sich durch das ganze Unternehmen ziehen muss“, erklärte Mitautor Dr. Ulrich Lison, Mitglied der Geschäftsleitung bei AEB. „Agiles Projektmanagement kann nur funktionieren, wenn es mit einem modernen Führungsverständnis einhergeht."

Auch Bedenken gegenüber agilem Projektmanagement

Neben den zahlreichen positiven Erwartungen hat ein Teil der Experten aber auch Bedenken, was den Einsatz von agilem Projektmanagement angeht. So fürchtet ein knappes Drittel einen Mangel an Disziplin durch die größere Freiheit der selbstorganisierten Teams. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, komme der Auswahl der Teammitglieder eine entscheidende Rolle zu, meint Lison. Zudem sollten diese über entsprechendes Know-how verfügen. „Auch die entsprechende Methodenschulung ist wichtig“, sagte er.

Die größten Bedenken gegenüber agilem Projektmanagement bestehen hinsichtlich der Einhaltung des Kostenrahmens: 56 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass das Budget überschritten wird. Die Hälfte der Befragten sieht außerdem einen erhöhten Abstimmungsbedarf (54 Prozent) und eine unzureichende Projektdokumentation (51 Prozent) als Risiko.

Anwender von agilen Methoden noch in Minderheit

Auch wenn die Mehrzahl der Befragten agiles Projektmanagement in Logistik und Außenwirtschaft für einen Wettbewerbsvorteil hält und positiv beurteilt, wenden bisher der Studie zufolge nur 36 Prozent der Unternehmen agile Methoden an. Ein Fünftel hat sich aktuell zum Ziel gesetzt, diese einzuführen. Aber 44 Prozent planen dies nicht – vor allem Vertreter aus Unternehmen mit weniger als 2.000 Mitarbeitern. Das liegt den Erkenntnissen zufolge bei den meisten nicht daran, dass sie kein Potenzial sehen, sondern vor allem an unzureichendem Know-how und fehlenden Standards. „Wir erwarten, dass sich diese Lücke im Laufe der nächsten Jahre durch die spezifische Ausbildung von High Potentials schließen wird“, sagt Prof. Dr. Hartel. „Allerdings sollten sich auch Verbände verstärkt in der Verantwortung sehen und KMU noch besser bei der Einführung agiler Methoden und der Umsetzung entsprechender Projekte unterstützen.“


Aktuelle Fotostrecke

Einer der Sieger beim IFOY 2017: das autonome Kommissionierfahrzeug „iGo neo CX 20“ von Still. (Foto: IFOY)
Eine internationale Fachjury zeichnete vier innovative Geräte beziehungsweise Lösungen mit dem Award International Forklift Truck of the Year (IFOY) 2017 aus. Unsere Bildergalerie zeigt, welche...

Inhalt in sozialen Medien teilen

Logistik-Themen mit ähnlichen Inhalten...

 

© 2017 HUSS-VERLAG GmbH München | Alle Rechte vorbehalten