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Transport: BMW setzt auf E-Lkw

Drei 40-Tonner sind rund um das Stammwerk München im Einsatz.


BMW hat in puncto E-Mobilität nicht nur den Bau von E-Autos im Fokus. Der Autobauer denkt dabei auch an die Logistik. Im Münchner Stammwerk sind für die Produktion seit 4. Dezember drei vollelektrische 40-Tonner im Einsatz. In Summe vermeidet BMW dadurch Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von rund 82 Tonnen pro Jahr. Das betonte Dr. Milan Nedeljkovic, Leiter des BMW Group Werkes München, bei einer Presseveranstaltung in der bayerischen Landeshauptstadt.

Kein Neuland

Der Autobauer betritt mit diesem Schritt kein Neuland. Bereits seit 2015 transportiert ein E-Lkw der Scherm-Gruppe im öffentlichen Verkehr Komponenten für den Autobauer. BMW zufolge war dieses Fahrzeug der weltweit erste elektrisch angetriebene 40-Tonner, der im öffentlichen Stadtverkehr unterwegs war. Der Spediteur ARS Altmann AG nutzt ab sofort seinen ersten Elektro-Lkw für den Transport von Neufahrzeugen. Auf einer 15 Kilometer langen Rundstrecke liefert der Sattelzug zum einen Neufahrzeuge aus Garching für die Kundenauslieferung in die BMW Welt. Zum anderen transportiert er BMW zufolge auf seinem Rückweg kurz zuvor vom Band gelaufene Fahrzeuge aus dem Stammwerk nach Garching. Von dort aus erfolgt die europaweite Distribution der Autos. Die Scherm-Gruppe sammelte mit ihrem seit Juli 2015 fahrenden ersten Elektro-Lkw sehr positive Erfahrungen. Als Zugmaschine fungiert ein umgebauter Terminalschlepper des Herstellers Terberg. Seitdem sparte der  E-Lkw auf seiner acht Mal täglich befahrenen Route zwischen dem Logistikzentrum des Dienstleisters und dem BMW Group-Werk München rund 48 Tonnen Kohlendioxid ein. Auch mit seinem zweiten E-Lkw liefert das Logistikunternehmen Fahrzeugkomponenten in das Werk München. Startpunkt ist das zwölf Kilometer entfernte Versorgungszentrum in Karlsfeld. Der neue E-Lkw erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 64 Stundenkilometern. Der Dienstleister setzt bei seinem neuen Zugfahrzeug auf Framo. Es hat einen MAN TGX als Basis.

Höhere Geschwindigkeit

Der Grund für den Wechsel des Zugfahrzeugs ist laut der Scherm-Gruppe die größere Entfernung zwischen den Start- und Zielpunkten. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 64 Kilometern pro Stunde ist das Framo-Fahrzeug deutlich schneller als der Terberg-Zug, der nur 45 Stundenkilometer schafft. Das Aufladen der Batterien dauert je nach Zugmaschine zwischen drei bis vier Stunden. Ein Zwischenladen der Energiespeicher ist beim Be- und Entladen der Lkw-Züge möglich. Dank der Verwendung von grünem Strom sind die 40-Tonner laut BMW kohlendioxidfrei, leise und fast ohne Feinstabbelastung für die Umwelt unterwegs. Beladen kommen die Terberg-Fahrzeuge auf eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern, der Framo-Lkw ist auf bis zu 182 Kilometer ausgelegt.

Mehrere Bausteine

Laut Jürgen Maidl, Leiter Logistik und Produktionsnetzwerk der BMW Group, sind E-Lkw nur ein Baustein in der Logistik-Nachhaltigkeitsstrategie von BMW. Der Autobauer setze beispielsweise auch stark auf die Schiene, um pro Tag 9.000 Autos herzustellen und zu transportieren. Regelmäßig lasse das Unternehmen einen Vollzug aus Nordrhein-Westfalen nach Bayern fahren. Zudem nutze man die transsibirische Eisenbahn für Transporte nach China, so Maidl. Das Projekt E-Lkw wolle der Konzern weiter ausbauen. Aktuelle betreibt BMW an den Standorten München, Landshut und Leipzig sieben E-Lkw in der Logistik.

Vermeidung von Schadstoffen und Lärm

Kurt Kapp, Chef der Wirtschaftsförderung der Stadt München, begrüßte das Projekt E-Lkw bei BMW. „Ich sage danke, dass sich BMW den Herausforderungen stellt.“ Damit vermeide das Unternehmen nicht nur Schadstoffe und Lärm. Es beschäftige sich auch intensiv mit Erprobungen, um das Projekt auszubauen. Auch BMW-Gesamtbetriebsratschef Manfred Schoch zeigte sich von den neuen E-Lkw begeistert. Denn laut Schoch wäre mit E-Lkw die Versorgung des Stammwerks mit 8.000 Mitarbeitern gesichert, wenn beispielsweise ein Diesel-Fahrverbot in der Stadt umgesetzt werden würde. In Richtung Stadtverwaltung sagte er: „BMW ist ein Vorbild. Jetzt sollte die Stadt auch mehr tun.“ Als Beispiel nannte Schoch den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.


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