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Pharmalogistik: Neues Digitalisierungsvorhaben läuft an

Forschungsprojekt soll für mehr Transparenz und Sicherheit in der Pharma Supply Chain sorgen.


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Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Professorin für Luftverkehrsmanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), startet mit Unternehmen aus der Pharmaindustrie ein Forschungsprojekt zum Pharma Supply Chain Risiko-Management. Das teilte die Frankfurt UAS in einer Pressemeldung mit. Ziel sei es, ein IT-Tool zu entwickeln, das Pharmaherstellern helfen soll, die Pharma Supply Chain risikobasiert zu managen. Die Gesamtausgaben werden mit rund einer Millionen Euro beziffert, die zur Hälfte von den Projektpartnern getragen werden. Das Land Hessen unterstützt das praxisbezogene Forschungsprojekt „Pharma Supply Chain Risk Management in der Luftfracht“ im Rahmen der sogenannten LOEWE 3-Förderrichtlinie mit einem Fördervolumen von knapp 500.000 Euro.

Gemeinsame Lösung

Erstmalig werden unter Leitung der Frankfurt UAS die Pharmaunternehmen mit den an der Logistikkette beteiligten Partnerunternehmen kooperierend an einem Tisch sitzen, um ab sofort an einer gemeinsamen Lösung für ein Qualitätsrisikomanagement zu arbeiten. Ihr Projektziel ist die Entwicklung eines webbasierten Risikomanagement-IT-Tools, das den Unternehmen entlang der Pharma Supply Chain bei der Netzwerkgestaltung (strategische Ebene) und im Monitoring von Einzelsendungen (taktische Ebene) hilft. Das Tool wird von der hessischen cynatics Consulting GmbH in Kooperation mit der Frankfurt UAS, der Hochschule RheinMain und der Hochschule Fulda, mit der Bayer AG, der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, der Frigo-Trans GmbH und der GEFCO Forwarding Germany GmbH entwickelt und anschließend zur Marktreife geführt.

Ganzheitlicher Ansatz

„Wir werden die Supply Chain mit ihrem komplexen Netz aus unternehmensinternen und externen Schnittstellen zwischen Herstellern, Lieferanten und Kunden gemeinsam mit unseren Projektpartnern im Rahmen eines ganzheitlichen Supply Chain Risk Managements identifizieren, digitalisieren und dabei Risiken minimieren. Ähnliche Risikomodelle gibt es bisher nur im Finanzsektor. Im Pharmabereich betreten wir hier Neuland“, so Ziegler. „Aktuell existiert kein vergleichbares IT-Tool in der Pharma- beziehungsweise Logistikbranche.“ Mit der entstehenden digitalen Lösung werde der Weg des temperaturgeführten Pharmaproduktes von der Produktion bis zum Kunden nachvollziehbar und langfristig vorausblickend unter den Aspekten Sicherheit, Wachstum und Umsatzsteigerung planbar. „Das fördert die Sicherheit der pharmazeutischen Produkte und schützt damit den Endverbraucher“, so Ziegler. Das IT-Tool bildet hierfür alle Supply Chain-Rollen und -Instanzen ab. Schlussfolgerungen zu den Risiken in der Supply Chain, etwa bei einem Streik in einem Luftverkehrsunternehmen, bei dem die Fehlerwahrscheinlichkeit für alle weltweiten Stationen dieses Unternehmens steigt, können so gezogen werden. Das Marktpotenzial umfasst alle in Europa an der pharmazeutischen Distribution beteiligten Unternehmen.

Erweiterung möglich

„Langfristig soll ein Risikomanagement für alle Transportmittel ermöglicht werden, da sich das Tool auch um andere Verkehrsträger erweitern lassen könnte (etwa See-, Schienen- und Straßentransport). „Im Zeitalter der Digitalisierung und von Industrie 4.0 wird so die Supply Chain sowohl in Hinsicht auf Sicherheit als auch Ökonomie optimiert“, betont Ziegler. Der im Laufe des Projekts entwickelte Prototyp des IT-Tools soll aIs IT-Dienstleistung in ein eigenständiges neues Unternehmen am Standort Hessen überführt werden.


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