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Nachhaltige Logistik: ILoNA-Projekt zieht Bilanz

Forschungsprojekt der Uni Duisburg-Essen formuliert Handlungsempfehlungen.


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Studien

Nachhaltige Logistik für Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern – das hat sich das Forschungsprojekt „ILoNa (Innovative Logistik für Nachhaltige Lebensstile)“ der Universität Duisburg-Essen auf die Fahnen geschrieben. In der Abschlusskonferenz am 17. April am Campus Essen haben die Verantwortlichen nach drei Jahren Forschungsarbeit Bilanz gezogen und Handlungsempfehlungen präsentiert.

Kundenverhalten und Logistikangebot

Das Wissen über nachhaltigen Konsum sei in der Logistik noch nicht angekommen, unterstrich Klaus Krumme, Geschäftsführer des Zentrums für Logistik & Verkehr der Universität Duisburg-Essen, die Wichtigkeit des interdisziplinären Vorgehens. Wie „ILoNa“-Koordinatorin Dr. Ani Melkonyan berichtete, nahm das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt folgende Fragestellungen in den Fokus: „Wie sollten innovative Logistikdienstleistungen gestaltet sein, die sowohl sozio-ökologischen Anforderungen gerecht werden als auch nachhaltige Lebensstile von Konsumenten fördern und ermöglichen? Wie können andererseits Veränderungen auf der Konsumentenseite aussehen, um nachhaltige Logistikstrukturen zu unterstützen?“

Zehn Handlungsansätze für Nachhaltigkeit

Um eine „Innovative Logistik für Nachhaltige Lebensstile“ zu erreichen, präsentierten die ILoNa-Partner zehn Handlungsempfehlungen für Politik, Verbände und Unternehmen:

1) Integrierte nachhaltige Logistik der letzten Meile fördern.
2) Impuls für eine nachhaltige Logistik entlang der gesamten Supply Chain sollte von der öffentlichen Hand kommen.
3) Den Konsumenten verstärkt in den Blickpunkt der Innovationsförderung nehmen.
4) Ein „Fair-Logistics-Label“ entwickeln (wobei offen sei, ob tatsächlich ein neues Label entwickelt werden müsse oder ob Anknüpfungsmöglichkeiten an ein bestehendes System genutzt werden könnten).
5) Nachhaltige Online-Verpackungen promoten beziehungsweise einsetzen.
6) Regionalität noch stärker vermarkten und für neue Geschäftsmodelle nutzen.
7) Bedeutung von nachhaltiger Logistik für ein nachhaltiges Produkt kommunizieren.
8) Arbeitsbedingungen transparenter machen.
9) Die Logistik beim internen Nachhaltigkeits- beziehungsweise Corporate-Social-Responsibility-Management stärker berücksichtigen.
10) Geschäftsmodelle der „sharing economy“ nutzen und nachhaltige Arten der Lieferung anwenden.

(Die Punkte eins bis drei richten sich an die Politik, die Punkte vier bis sieben an die Verbände und Intermediäre; und die Punkte sieben bis zehn betreffen die Unternehmen.)

Whitepaper ab Mai verfügbar

Die Handlungsempfehlungen sollen in einem Whitepaper, das ab 2. Mai auf der Projektseite www.logistik-lebensstile.de zur Verfügung stehen soll, weiter ausformuliert werden. Außerdem wollen die ILoNa-Verantwortlichen demnächst eine „Toolbox“ für nachhaltige Logistik vorstellen.

Forschungsprojekt wird Teil der KlimaExpo.NRW

Im Rahmen der Abschlusskonferenz wurde „ILoNa“ zudem vom Land Nordrhein-Westfalen für das Klimaschutz-Engagement geehrt. „Das Projekt befasst sich mit entscheidenden Fragestellungen einer Branche, deren Umdenken für den Klimaschutz von besonderer Bedeutung ist. Die Forscherinnen und Forscher der Uni Duisburg-Essen unterstützen Logistikunternehmen so dabei, Lösungen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft ihrer Branche zu finden. Das ist ein wichtiger Schritt – nicht nur für den Klimaschutz – und verdient deshalb einen Platz in unserer Leistungsschau“, sagte Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, bei der Urkundenübergabe. Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW als Initiative der NRW-Landesregierung in 1.000 Schritten positive Beispiele für den Klimaschutz in und aus Nordrhein-Westfalen. Das Projekt „ILoNa“ ist der 296. Schritt.


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