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Movin' On: Wege zum dekarbonisierten Verkehr

Konferenz in Montréal zu nachhaltigem Verkehr geht zu Ende.


In Montréal, Kanada, ist am 1. Juni die dreitägige Konferenz Movin' On zum Thema nachhaltige Mobilität zu Ende gegangen. Sie wurde vom Reifenhersteller Michelin und der Veranstaltungsfirma C2 gemeinsam ausgerichtet. Die Diskutanten beim Eröffnungspanel waren sich  eini, dass ein vollständig dekarbonisierter Verkehr das langfristige Ziel sein muss. Notwendig sei außerdem, Transporte effizienter zu gestalten. Nicht mehr, sondern weniger Fahrzeuge müssten auf die Straße.

Das Ziel: kohlendioxidfreie und kostengünstige Mobilität

Bereits seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts engagiere sich Michelin für die Entwicklung von Technologien, die auf lange Sicht den kohlendioxidfreien Verkehr möglich machen, erläuterte Jean-Dominique Senard, der Chef des Unternehmens. Auch wenn sich viele Menschen nicht um Umwelt- und Klimaschutz kümmern möchten, sei dies eine absolute Notwendigkeit. Die Intention zur Organisation der Movin’on-Konferenz in Montréal sei daher, allen Unternehmen und Organisationen eine Plattform zu bieten, die die Überzeugung teilen, dass wir Konzepte für einen kohlendioxidfreien, kostengünstigen und sicheren Verkehr brauchen. „Dafür brauchen wir Regulierungen sowie private und öffentliche Initiativen.“

Car-Sharing in Kalifornien

Kate White, im US-Bundesstaat Kalifornien für die Umweltpolitik zuständig, bevorzugt den Gedanken des Teilens. Dadurch seien weniger Autos auf der Straße unterwegs, die dafür dann häufiger fahren und besser ausgelastet sind. Sie habe nie ein eigens Auto besessen. Stattdessen beteiligt sie sich in San Francisco lieber an Car-Sharing-Projekten. White würde dazu gerne noch mehr Menschen animieren. Doch viele bevorzugen „business as usal“. Deswegen, davon ist die Politikerin überzeugt, müsse man Anreize schaffen. „Wir müssen die Fakten ändern und dafür sorgen, dass der Umweltschutz profitabel ist.“

Kanadische Winter zu hart für Elektro-Busse

Dass sich die Dinge, was die Verkehrsmenge angeht, ändern müssen, davon ist auch Montréals Bürgermeisterin Valérie Plante überzeugt. Zu viele Autos seien auf den Straßen ihrer Stadt unterwegs – eine Million etwa. Die Zahl der Pkw nehme schneller zu, als die Bevölkerung wachse. „Aber wir können nicht mehr Straßen bauen. Allerdings können wir in den öffentlichen Nahverkehr investieren“, so reagiert die Bürgermeisterin auf den überbordenden Verkehr und dadurch bedingte Luftverschmutzung. Gerade erst hat die kanadische Stadt in 300 Hybrid-Busse investiert. Elektro-Busse kamen wegen der kalten Winter am Sankt-Lorenz-Strom nicht in Frage. Auch eine neue U-Bahn-Linie will Plante bauen. Dazu kommt ein Netz mit Fahrradwegen. Die Fußgänger dürfe man ebenfalls nicht vergessen. Bei all ihren Initiativen will die Montréaler Bürgermeisterin, die im übrigen selbst gerne auf das Fahrrad steigt, die Bevölkerung mitnehmen. Restriktionen, sagt sie, seien kein guter Weg. „Städte können viel tun für die Veränderung. Sorge für den Wunsch nach der Wende und die Wende wird kommen.“

Wasserstoff für den Schwerverkehr

Bertrand Piccard von der Solar Impulse Foundation sieht das ein wenig anders: „Die Regierungen müssen beim Thema Verkehr und Umweltschutz eine Führungsrolle übernehmen und dürfen sich nicht nur als Manager betätigen“, forderte er. Manchmal bedeutet das auch, dass sie Vorschriften erlassen müssen, um die Dinge zu regulieren. Der Pionier des Fliegens ganz ohne Treibstoff setzt bei seinen Lösungen vornehmlich auf die Technik. Er ist davon überzeugt, dass die Zukunft elektrisch ist. „Die einzige Frage ist, ob mit Batterie oder mit Wasserstoff.“ Eine Frage, auf die Piccard auch selbst gleich die Antwort gibt: „Elektrizität ist der Schlüssel. Aber die Batterien sind begrenzt in ihrer Kapazität. Für den Schwerverkehr wird deswegen der Wasserstoff die Zukunft sein.“

Die nächste Movin’On Konferenz findet vom 4. bis 6. Juni 2019 in Montréal statt. (ha, ld)


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