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Short Sea Shipping Days: Innovationen in der Seefracht

Veranstaltung zeigt neue Lösungen für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit.


In Lübeck ist die zweitägige Konferenz Short Sea Shipping Days am 21. Juni zu Ende gegangen. 20 Referenten zeigten in ihren Vorträgen den aktuellen Stand bei Green und Smart Shipping und erörterten die aktuellen Nöte des Kurstreckenseeverkehrs. Das Spektrum der in den Themenblöcken „Marktentwicklung“, „Innovationen“ und „Logistik“ vorgestellten Tools, Maßnahmen und Konzepte reichte von Retrofit-Projekten und Hybridantrieben über Brennstoff-Alternativen bis hin zu vollautomatisierten, autonom fahrenden Containerschiffen.

Norwegisches Schiff ohne Besatzung und Emissionen

So stellte Roger Trinterud, Senior Sales Manager des norwegischen Technologie-Unternehmens Kongsberg Maritime AS, mit „Yara Birkeland“ ein autonomes E-Schiff vor. Es soll bis zu 120 Standardcontainer transportieren können und Anfang kommenden Jahres Kurzstreckenseetransporte für den norwegischen Chemie-Konzern Yara übernehmen. Nach einer kurzen Testphase soll das Null-Emissionen-Schiff von 2020 an komplett ohne Besatzung unterwegs sein.

Umweltfreundlich mit Speiseöl unterwegs

Im Bereich der Brennstoffe und Antriebe verwies Jost Bergmann, Business Direktor für Containerschiffe bei der Klassifikationsgesellschaft DNV GL SE, vor allem auf verflüssigtes Erdgas (LNG) und elektromotorische Antriebskonzepte als Alternativen. Dafür sei ein zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. Auf E-Motoren setzt bereits Scandlines. Die Reederei hat sechs RoRo-Fähren mit Hybrid-Antrieb ausgestattet. Pro Schiff und Jahr soll sie damit 3.900 Tonnen weniger Kohlendioxid ausstoßen. Eine geschlossene Abgasdusche bindet überdies 90 Prozent der Schwefel- und Feinstaubemissionen. Die Firma Good Fuels Marine stellte Kraftstoffe, die aus altem Speiseöl oder Restprodukten der Papierbranche hydriert werden, vor. Sie sollen keine Schwefeloxide und deutlich weniger Kohlendixoid ausstoßen als herkömmliche Kraftstoffe.

Irische Häfen rüsten sich für den Brexit

Um die technischen Innovationen voranzubringen, forderten die Referenten Anschubfinanzierungen und verlässliche regulative Rahmenbedingungen vom Staat. Verlässliche Rahmenbedingungen forderten die Referenten auch beim Brexit. Zu diesem Thema referierte Paul Brewster vom Irish Maritime Development Office. Rund 90 Prozent des irischen Handelsvolumens wird über Reedereien und Häfen abgewickelt. Großbritannien gilt dabei als Landbrücke, vor allem für den Transport von Fleischprodukten und verderblicher Ware. Wenn sie durch einen harten Brexit eingeschränkt würde oder entfiele, könnten die erforderlichen Aufkommensverlagerungen zu Kapazitätsproblemen in den irischen Häfen führen. Daher investieren die Iren laut Brewster kräftig in Ausbau und Digitalisierung der Hafen- und Netzstrukturen, um etwaige Einschränkungen durch höhere Flexibilität und Effizienz sowie Steigerungen bei Umschlag- und Transportgeschwindigkeit auszugleichen. „Der Verkehrssektor ist robust und wettbewerbsfähig“, fasste Brewster zusammen. „Gleichgültig in welcher Form der Brexit erfolgt, wir werden Lösungen entwickeln.“

Nächste Veranstaltung wohl in zwei Jahren

Zu den diesjährigen Short Sea Shipping Days kamen laut dem Veranstalter, dem ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center, rund 340 Gäste und 40 Aussteller. Der Veranstalter plant die nächsten Short Sea Shipping Days 2020 auszurichten.


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