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Transport: Selbst ist der Truck

Fraunhofer IVI forscht an autonomen Lkw für Logistikzentren.


Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, Dresden, forscht derzeit gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft an einem autonom fahrenden Lkw, der in Logistikzentren oder anderen abgegrenzten Betriebszonen zum Einsatz kommen soll. Das gaben die Forscher am 2. Juli der Presse gegenüber bekannt.

Vollautomatischer Betrieb

Im Rahmen des Verbundprojekts "AutoTruck" sollen dem Institut zufolge unter der Federführung der Götting KG mit den beteiligten Partnern Emons Spedition GmbH, Orten Betriebs GmbH & Co. KG sowie Wabco Development GmbH bis Herbst 2019 unterschiedliche Technologien für das autonome Fahren entwickelt werden. Dazu zählen: hochgenaue Ortung und Navigation, sichere Kollisionsvermeidung, „Car-2-Infrastructure-Kommunikation“, Echtzeit-Manöverplanung sowie selbsttätiges Docken für den vollautomatischen kooperativen Betrieb von Nutzfahrzeugen in geeigneten Automatisierungszonen.

Geschlossene Areale

Der Fokus liege dabei nicht auf dem öffentlichen Straßenverkehr, sondern auf geschlossenen Arealen wie Logistikzentren, Minen, Lkw-Betriebshöfen, Häfen und Firmengeländen. Wie das Fraunhofer IVI berichtet, lassen sich autonome Fahrzeuge in räumlich abgegrenzten Gebieten besser kontrollieren und benötigen statt einer Fahrzeug- lediglich eine Maschinenzulassung. Zudem könnten Mitarbeiter in diesen Bereichen vorab belehrt werden, um Unfälle zu vermeiden. Vorteilhaft für logistische Betriebe ist den Forschern zufolge auch die Tatsache, dass autonome Fahrzeuge bestimmte Abläufe ohne menschliches Personal bewältigen können, Tag und Nacht im Einsatz sind und weniger Fehler machen. So sollen Arbeitgeber etwa dem demografischen Wandel entgegenwirken.

Steuerung von überall aus

Kernstück der Fraunhofer-Entwicklung ist laut dem Institut ein Online-Leitstand, genauer gesagt das System „HelyOS“, kurz für "Highly efficient online yard operating system". Dieses ist über normale Internet-Browser weltweit bedienbar. So könne ein einziger Operateur etwa zeitgleich Flotten mehrerer Fahrzeuge an unterschiedlichen Orten steuern. Im Leitstand könne der Verantwortliche nicht nur sehen, wo sich die einzelnen Fahrzeuge befinden, sondern diese auch überwachen und Status-Infos wie Akku-Füllstand, Beladezustand und ähnliches abrufen.

Die erste selbstständige Fahrt mit einem Prototyp des autonomen Lkw soll kommendes Jahr stattfinden.


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