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Handel: Gebrauchte Diesel-Autos werden Exportschlager

Logistik-Effizienz in Deutschland fördert den Exportboom.


Im heimischen Markt nach dem Dieselskandal eher Ladenhüter entwickeln sich gebrauchte Diesel-Pkw nun offenbar zum Exportschlager. Wie eine Sonderauswertung des „Export-/ Import-Seismografen (ESD/ISD)“ auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes ergab, sind Exporte gebrauchter Diesel-Pkw innerhalb eines Jahres um 20,5 Prozent auf 239.541 Fahrzeuge gestiegen. Dies meldete am 20. Juli die Stuttgarter AEB GmbH zur Entwicklung der Verkäufe gebrauchter Diesel-Pkw in die wichtigsten 30 europäischen Märkte in 2017 gegenüber dem Vorjahr. Das Softwarehaus AEB gibt den ESD/ISD gemeinsam mit dem Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule Würzburg-Schweinfurt heraus.

Südosteuropäische Schnäppchenjäger

„Neben den EU-Ländern Kroatien, Slowenien, Bulgarien und Rumänien gehen ältere Dieselfahrzeuge auch in die Ukraine, offenbar wegen der lockeren Einfuhrbestimmungen und des relativ niedrigen Zollsatzes von 7,3 Prozent für Gebrauchtwagen aus der EU“, sagte Professor Dr. Christian Kille vom Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Neuere Diesel-Gebrauchtwagen gehen den Angaben zufolge eher in die anspruchsvolleren Märkte West-, Mittel- und Südeuropas. Starkes Wachstum zeigen hier Spanien (+30,8 Prozent), Österreich (+41,3 Prozent) und Frankreich (+34 Prozent). „Für Schnäppchenjäger im Ausland gibt es aktuell eine gute Möglichkeit, günstig an einen Diesel zu kommen“, so Kille.

Ukraine: Plus von 136,8 Prozent

Den größten Boom erlebten demnach die Exporte in die Ukraine, die um 136,8 Prozent zulegten, gefolgt von Kroatien mit einem Zuwachs von 89,6 Prozent. In einigen Märkten mit – laut AEB-Mitteilung – einem hohen Umweltbewusstsein der Autofahrer erwiesen sich Diesel aus Deutschland jedoch als schwer verkäuflich. Exporte nach Norwegen gingen um 26,6 Prozent zurück, Ausfuhren in die Schweiz um 18,7 Prozent.

„Dass trotz der weiten Wege von Deutschland in das Zielland Pkw-Exporte noch interessant bleiben, liegt nicht nur an den Abstrichen bei den erzielbaren Preisen, sondern auch an den niedrigen Logistikkosten für den Transport eines Fahrzeugs“, betonte Logistik-Professor Kille.

Transportkosten schlagen nur wenig zu Buche

Im Vergleich zu dem Fahrzeugwert, der insbesondere bei Leasingrückläufern noch bei höheren fünfstelligen Beträgen liegen kann, schlagen die Transportkosten der AEB-Meldung zufolge nur wenig zu Buche und liegen aufgrund der effizient organisierten Logistik pro Fahrzeug im dreistelligen Eurobereich. „Hier zeigt sich wieder die Stärke von Deutschland als erfahrene Exportnation: Die Logistik gibt deutschen Unternehmen die Möglichkeit, neue Absatzmärkte zu finden und zu erschließen“, sagte Dr. Ulrich Lison, Mitglied der Geschäftsführung des Softwarehauses AEB, das auf Außenwirtschaft und Logistik spezialisiert ist.


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