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Luftfracht: Air Cargo Conference mit Rekordbesucherzahl

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Digitalisierung der Prozesse in der Luftfracht.


Im House of Logistics and Mobility in Frankfurt am Main fand am 30. und 31. August die dritte Ausgabe der jährlichen Veranstaltung Air Cargo Conference statt. Laut dem Veranstalter, der Air Cargo Community Frankfurt, kamen 185 Teilnehmer – so viele wie noch nie. Sie konnten sich auf der Konferenz mehr als 15 Vorträge anhören.

Luftfracht und Digitalisierung

Im Fokus der Veranstaltung stand das Thema Digitalisierung. Hierbei waren sich viele Referenten einig: Die Luftfracht steckt bei dem Thema noch in den Kinderschuhen, auch im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern. Die Daten seien über die Prozesskette vom Versender zum Spediteur und zum Frachtabfertiger sowie zur Airline nicht transparent. Viele Prozessschritte laufen deshalb unkoordiniert ab, was zu einer großen Ressourcenverschwendung führe und auch die Zuverlässigkeit verringere.

Schockmoment viertes Quartal 2017

Besonders gravierend bewertete der Geschäftsführer des Frachtabfertigers LUG aircargo handling, Patrik Oliver Tschirch, die Situation im vierten Quartal 2017: „So etwas will ich nicht noch mal erleben.“ Die Frachtmenge sei in diesem Zeitraum so angewachsen, dass sie nicht mehr zu bewältigen war. Die Teilnehmer der Veranstaltung berichteten von bis zu 40 Stunden Wartezeit für Lkw in der Cargo City am Frankfurter Flughafen. Um eine solche Situation in Zukunft zu vermeiden, hat LUG gemeinsam mit dem Mitbewerber FCS und der Softwarefirma Dakosy innerhalb weniger Monate ein neues Rampensteuerungssystem aufgesetzt.

Transparente Rampensteuerung in der Cargo City

Das System „Fair@Link“ ist verbindlich für alle Lkw-Frachtführer. Sie müssen sich darüber für einen Slot an einer Rampe anmelden. Bis jetzt können sich die Ergebnisse sehen lassen: Die Frachtführer bekommen in 52 Prozent der Fälle ihren Wunschslot. Sie sind in der Regel (in 92 Prozent der Fälle) pünktlich fertig und verlassen die Rampe vor dem Ablauf ihres Slots. Damit sei die Grundlage dafür gelegt, um die Ressourcen besser einzusetzen und Peaks künftig besser zu bewältigen, sagte Tschirch. Die Performance an der Rampe soll künftig transparent sein, LUG will die Daten teilen. Damit sollen mittelfristig auch historische Daten bereitstehen, die man analysieren kann.

Einfache Buchung

Auf der Air Cargo Conference stellten auch mehrere Start-ups ihre Produkte vor. Beispielsweise das Unternehmen Cargo.one, das sich die Datentransparenz in der Luftfracht auf die Fahnen geschrieben hat. Seine Webseite vermittelt Frachträume in Flugzeugen. Dabei orientiert sich Cargo.one an Buchungsportale für Flugpassagiere. Die Bedienung soll ähnlich einfach gestaltet sein, das Angebot genauso transparent und mit ähnlich vielen Vergleichsmöglichkeiten. Während das Portal für Frachtraum in Flugzeugen Realität ist, präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit dem Projekt Alaady (Automated Low Altitude Air Delivery) eine Vision für die Zukunft.

Autonomer Frachtflieger

Das Ziel des Projekts sei ein autonomes Fluggerät, das eine Tonne Fracht transportieren kann, berichtete Dr. Peter Meincke vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die Forscher haben bereits ein Demonstrator-Fluggerät entwickelt, das 100 Kilogramm Fracht transportieren kann. Dabei wählten sie eine Tragschrauber-Konstruktion. Der entscheidende Vorteil: Sollte der Antrieb ausfallen, drehen sich die Rotoren für den Auftrieb weiter und bieten somit die Möglichkeit für eine sichere Notlandung.

Weitere Themen der Konferenz

Auf der Konferenz referierten Experten auch zum grenzüberschreitenden E-Commerce, zu den Zukunftsplänen des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, zu einem Forschungsprojekt der Hochschule RheinMain über smarte Trailer sowie zur Simulation von Verkehrsströmen auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens.

Die Air Cargo Community Frankfurt

Der Veranstalter der Konferenz, die Air Cargo Community Frankfurt, ist ein Verein verschiedener Beteiligter des Luftfrachtgeschäfts in Frankfurt. Ihm gehören beispielsweise Frachtabfertiger, Fluggesellschaften, Spediteure und wissenschaftliche Institute an. Der Verein soll durch die Bündelung des Know-hows und den fachlichen Austausch den Luftfrachtstandort Frankfurt stärken.


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