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Flurförderzeuge: Lithium-Ionen-Akkus am besten mit Wasser löschen

Experte rät bei Bränden von anderen Löschmitteln ab


Sollte die Lithium-Ionen-Batterie eines Gabelstaplers Feuer fangen, löscht man den Brand am besten mit Wasser und nicht mit ABC-Feuerlöscher, Kohlendioxid-Löschern oder Metallbrandlöschern. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Jochen Mähliß, Leiter Wissenschaft und Zulassungsangelegenheiten sowie Gefahrgutbeauftragter der Batteryuniversity GmbH. Wie der Batterieexperte des Prüflabors auf dem „Sicherheitsforum Intralogistik“ des Staplerherstellers Linde Material Handling in Aschaffenburg berichtete, untersuchte er sowohl (absichtlich gelegte) Brände mit Automotive-Batterien auf Lithium-Ionen-Basis als auch Brände von Lithium-Ionen-Akkus, die in Gabelstaplern verbaut werden. In beiden Fällen seien die besten Ergebnisse beim Löschen mit Wasser erzielt worden.

Batterie gequetscht

Seinen Worten nach sind Batterien mit der neuen Technologie von bekannten Herstellern im Prinzip „sehr sicher“. Mähliß berichtete über Versuche, bei denen die Batterien gequetscht und mit einem Nagel durchstoßen wurden. Resultat: Dabei kam es nicht zu Feuern. Im Alltag sorgt Mähliß zufolge unter anderem das Batteriemanagementsystem der Akkus dafür, dass Überladungen, Tiefenentladungen, Temperaturanstiege und Kurzschlüsse verhindert werden. Vor Kurzem filmte Mähliß einen Versuch, bei dem eine Staplerbatterie mit Lithium-Ionen-Zellen mit einem Gasbrenner stark und lange erhitzt wurde. Trotz 1.200 Grad Celsius Hitze habe die erste Zelle erst nach etwa einer Stunde Feuer gefangen. Zu einer Explosion sei es nicht gekommen. Mähliß betonte in seinem Vortrag vor mehr als 200 Staplerexperten und Linde-Kunden, dass die Lithium-Ionen-Technologie weiterhin eine große Zukunft habe. Lithium-Ionen-Akkus haben gegenüber anderen Batterien mehrere Vorteile: Im Gegensatz zu einer Bleisäure-Batterie ist Zwischenladen möglich, die Lebensdauer ist deutlich länger. Zudem ist die Spannung mit 3,7 Volt pro Zelle deutlich höher (Bleisäure kommt auf etwa 2,0 Volt). Lithium-Ionen-Batterien haben Mähliß zufolge gegenüber Nickel-Cadmium den Vorteil, dass es keinen Memory-Effekt gibt. Und der Vorteil gegenüber Nickel-Metallhydrid sei, dass kein Lazy-Effekt auftrete. Auch die Selbstentladung eines Lithium-Ionen-Akkus von nur einem Prozent pro Monat sei im Vergleich zu anderen Technologien niedrig.

Weitere Verbesserungen geplant

Mähliß geht davon aus, dass es im Bereich der Lithium-Technologie weitere Verbesserungen geben wird. So wird seinen Worten nach künftig das flüssige Elektrolyt durch einen Feststoff ersetzt. Zudem forsche man an Lithium in Verbindung mit Schwefel, womit man in etwa die doppelte Leistung als mit den aktuell erhältlichen Akkus erzielen könne. Ganz in der Ferne liegt aus einer Sicht das Ziel, Lithium nur mit Luft zu verbinden. Damit erreiche man aber eine mindestens 20 bis 30 Mal so hohe Energiedichte wie heutzutage. Diese Entwicklung dauert aber noch. Frühestens 2030 rechnet der Experte mit dieser Technologie.


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