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Logistikimmobilien: Konzepte gegen den Flächenmangel gesucht

Diskussionsrunde plädiert dafür, Städten Argumente für den Bürgerdialog zu liefern.


Der 35. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), der vom 17. bis 19. Oktober in Berlin über die Bühne ging, stand auch im Zeichen von Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel. Aufmerksamkeit erreichte auf dem Kongress auch die Logistikimmobilienbranche, so das Logistikimmobilienberatungsunternehmen Logivest GmbH in einer Mitteilung.

Auf die Initiative des BVL-Themenkreises Logistikimmobilien hin diskutierten Branchenexperten in Berlin Lösungsvorschläge zum Umgang mit Flächenknappheit. An diesen Ausgangspunkt für die Diskussion knüpften laut Logivest auch die Ergebnisse der 3. Studie der Initiative Logistikimmobilien (Logix) zu den Flächen- und Beschäftigungspotentialen in den 23 Top-Logistikregionen an. Beide Bereiche sind demnach durch eine starke Knappheit geprägt: Es gebe keine deutsche Logistikregion, in der gleichzeitig noch große Flächen- und Arbeitskräfteverfügbarkeiten vorhanden seien. Während diese Engpässe ansiedlungsinteressierte Logistikunternehmen und Wirtschaftsförderungen vor große Herausforderungen stellten, seien Kommunen mit der Zunahme öffentlicher Debatten zum Thema „Flächenfraß“ konfrontiert. Für die Branche gelte es, wie Logivest weiter meldete, die Diskrepanz zwischen der wachsenden Nachfrage nach Logistikflächen, bedingt durch eine zunehmende Urbanisierung und einen weiter steigenden E-Commerce, und dem gleichzeitigen Wunsch von Anwohnern nach einem geringeren Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung zu lösen.

Einheitliche Zustimmung in der Diskussion erhielt den Angaben Logivests zufolge der Vorschlag, Kommunen und Städten bei der Vergabe von Logistikflächen an begehrten Standorten nachhaltige Argumente für den Bürgerdialog zu liefern.

  • 1. Die Konsequenzen alternativer Standorte aufzeigen
    „Die oftmals geforderte Ansiedlung eines Logistikunternehmens in das Umland anstatt den Ballungsraum, mit dem Ziel das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, stellt nur vordergründig eine Alternative dar. Denn durch die längeren Wege für einen KEP-Dienstleister oder zur Arbeit pendelnde Lagermitarbeiter, nimmt das Verkehrsaufkommen zu und die Emissionswerte steigen. Diese Perspektive gilt es offen zu kommunizieren.“
  • 2. Ökologische Mehrwerte durch Logistikimmobilien schaffen
    „Zusätzlich zu der Berücksichtigung einer attraktiven Fassadengestaltung bei Entwicklung, zum Beispiel durch Gründächer, lässt sich durch die Integration von Photovoltaik-Anlagen eine höhere Akzeptanz bei Kommunen und Bürgern erreichen. Durch die Schaffung entsprechender Standards wird ein ökologischer Betrieb unabhängig vom regionalen Stromnetz möglich. Mit Blick auf die zum Teil mangelhafte Daten-Infrastruktur insbesondere in ländlichen Gegenden, ließen sich außerdem Logistikimmobilien durch integrierte Funkmasten für den Breitbandausbau optimieren.“
     
  • 3. Dem Fachkräftemangel begegnen
    „Bereits heute bestehen im süddeutschen Raum, so die Ergebnisse der Logix-Studie, massive Probleme bei der Flächenverfügbarkeit sowie bei der Gewinnung von Arbeitskräften. Als Folge der insgesamt sinkenden Zahl verfügbarer Arbeitskräfte, ist die Branche gefordert Alternativen zu finden. Eine Möglichkeit betrifft die Automatisierung der Intralogistik. Dies ermöglichte ansiedlungsorientierten Logistikdienstleistern ihre Standortwahl unabhängiger von der bislang notwendigen Nähe zu arbeitskräftestarken Ballungszentren zu treffen.“

Anfang 2017 von Kuno Neumeier, Logivest GmbH, und Christoph Prange, Goodman Germany GmbH, initiiert, versteht sich der Themenkreis Logistikimmobilien in der Bundesvereinigung Logistik als Plattform für den Dialog zwischen Logistikvertretern aus Industrie und Handel und Logistikdienstleistung sowie Vertretern von Wirtschaftsförderungen und Anbietern rund um die Logistikimmobilie. Der Themenkreis befasst sich mit den aktuellen Entwicklungen von Logistikimmobilien, um Lösungen für Herausforderungen wie Flächenknappheit zu finden.

 


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