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EXCHAiNGE 2018: Ideen für die Nachhaltigkeit im SCM

Wie Lebensstile und nachhaltige Logistikstrukturen in Verbindung stehen.


Ist der Kunde in Sachen nachhaltige Supply Chains weiter als die Logistik-Akteure? Mit dieser Frage hat sich auf der Konferenz EXCHAiNGE – The Supply Chainers` Community am 21. November im Rahmen der Messe Hypermotion 2018 in Frankfurt eine Expertenrunde auseinandergesetzt. Laut Klaus Krumme, Geschäftsführer des Zentrums für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen, erwecken einerseits bestimmte Mechanismen bei den Konsumenten Bedürfnisse, andererseits erwecken Services, die zur Verfügung stehen, die Nachfrage. „Es ist immer ein Wechselspiel aus ‚Supply and Demand‘“, sagte Krumme. In puncto Liefergeschwindigkeit zum Beispiel wurde seiner Ansicht nach in den vergangenen Jahren „an einer Spirale gedreht“. So sorge eine höhere Liefergeschwindigkeit, wie der Wissenschaftler feststellte, für die „Atomisierung von Sendungen“, was die Nachhaltigkeit nicht fördere.

Forschung zur Logistik für nachhaltige Lebensstile

Über Erkenntnisse aus dem 2018 abgeschlossenen Forschungsprojekt „ILoNa (Innovative Logistik für Nachhaltige Lebensstile)“ berichtete Prof. Dr. Martine Bouman, Scientific Director am Center for Media & Health in Gouda (Niederlande). Das Projekt nahm folgende Fragestellungen in den Fokus: „Wie sollten innovative Logistikdienstleistungen gestaltet sein, die sowohl sozio-ökologischen Anforderungen gerecht werden als auch nachhaltige Lebensstile von Konsumenten fördern und ermöglichen? Wie können andererseits Veränderungen auf der Konsumentenseite aussehen, um nachhaltige Logistikstrukturen zu unterstützen?“ Die Wissenschaftler befragten im Rahmen von ILoNa Konsumenten im Alter von 20 bis 40 Jahren zu Ideen, mit denen ein höheres Maß an Nachhaltigkeit erreicht werden könnte. Im Bereich Fashion-Onlinehandel waren Bonuspunkte für Kunden, die auf Retouren verzichten, „eine der am stärksten favorisierten Optionen“, erläuterte Bouman.

Er sei ein großer Freund von der Idee, „dem Kunden zu vermitteln, welchen Einfluss er durch sein Tun auf die Nachhaltigkeit hat“, unterstrich Andreas Streubig, Director Global Sustainability beim Modeunternehmen Hugo Boss AG. Hier liege noch ein großes Potenzial. Es gehe darum, im Sinne der Nachhaltigkeit „den Kunden emotional zu berühren“, so Streubig.

Liefertreue vor Liefergeschwindigkeit

Markus Ziegler, Geschäftsbereichsleiter, Geschäftsbereich Pakadoo des Logistikdienstleisters LGI Logistics Group International GmbH, wies in der Nachhaltigkeits-Diskussion darauf hin, dass die Lieferzeit weniger wichtig sei als die Liefertreue. Die Bündelung von Paketsendungen könne zum Beispiel am Arbeitsplatz des Konsumenten erreicht werden. Und Matthias Haubenreißer, Senior Manager ECR & Supply Chain Management der Standardisierungsorganisation GS1 Germany, brachte die Bedeutung von „Kooperation in der Kette“ ins Gespräch. Kooperation sei ein wesentlicher Faktor, um „eine Verbesserung im Gesamtsystem zu erreichen“, sagte Haubenreißer. Kooperation erfordere allerdings Transparenz.

Auf der EXCHAiNGE -The „Supply Chainers’ Community“ versammelten sich am 20. und 21. November 2018 rund 200 Entscheidungsträger aus SCM, Finanzen, Logistik und Einkauf. Vertreter aus Konzernwelt, Mittelstand und Start-ups diskutierten unter dem Motto „New Work & Digital Business“ unter anderem über Vernetzung, neue Geschäftsmodelle, Disruption und Denkweisen. Die Konferenz EXCHAiNGE, die von der Münchner EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH organisiert wird, fand in diesem Jahr erstmals unter dem Dach der Plattform Hypermotion (Veranstalter: Messe Frankfurt) statt.


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