Werbung

LDC!: Der Kundenmehrwert muss stimmen

Diskussionsrunde beleuchtet die Rolle von Start-ups im Logistikbereich. /mit Bildergalerie.


Sind Logistik-Start-ups Partner oder Wettbewerber für etablierte Dienstleistungs- und Transportunternehmen? Und welchen Mehrwert bieten sie ihren Kunden? Diesen Fragen widmete sich die Session „Start-Ups in Logistik und Transport: Chancen und Risiken der neuen Digitalplattformen für Spediteure und Verlader“, die am 22. November 2018 im Rahmen der Mobilitätsmesse Hypermotion in Frankfurt am Main stattfand und von den beiden Fachzeitschriften LOGISTIK HEUTE und LOGISTRA organisiert wurde.

Start-ups als Impulsgeber

Maja Stange, Program Manager beim Next Logistics Accelerator, betonte in ihrem Impulsvortrag ganz klar, dass die Zusammenarbeit mit Logistik-Start-ups in vielerlei Hinsicht eine Chance für etablierte Unternehmen sein kann. „Am Ende sitzen wir alle im selben Boot. Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten und vor allem die Logistikwirtschaft muss mehr tun, um sich mit diesem Thema gewinnbringend auseinanderzusetzen. Eine Zusammenarbeit kann aus unserer Sicht hier viele wertvolle Impulse bringen.“

Partner, nicht Konkurrent

Diese Meinung teilt auch Martin Krajczy, Managing Director der digitalen Logistikplattform Conizi. „Wir arbeiten mit unserem Geschäftsmodell daran, alle Markteilnehmer auf einer Plattform zu vernetzen und bilaterale Schnittstellen abzuschaffen. Wir möchten keine Konkurrenz für Spediteure und Verlader sein, sondern sehen uns eher als Unterstützer“, erklärte Krajczy im Rahmen der Diskussionsrunde.

Dem Wandel gewachsen sein

Transportdienstleistungen effizienter zu gestalten und schneller anbieten zu können, möchte auch Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und CEO der digitalen Spedition Cargonexx. Allerdings sieht er sich im Gegensatz zu Krajczy dabei nicht nur als Partner konventioneller Speditionen. „Wir stellen uns mit unseren Leistungen schon zwischen Transporteur und Verlader. Sind also gleichzeitig auch Konkurrent.“ Kritisch sieht Lafrenz das allerdings nicht. „Die Digitalisierung wird Geschäftsmodelle, die dem Wandel nicht gewachsen sind, abschaffen. Deshalb geht es gar nicht so sehr darum, wer Mitbewerber ist, sondern darum, wie ich mein Unternehmen zukunftsfit machen kann“, so Lafrenz. Der Gründer setzt dazu bei Cargonexx verstärkt auf Algorithmen und künstliche Intelligenz. „Unser Ziel ist es, dass das System selbständig das beste Angebot für unsere Kunden filtert und so Verzögerungen auf ein Minimum reduziert.“

Der USP zählt

Obgleich Jochen Michaelis, Managing Director von Coureon, einer Plattform für grenzüberschreitende Versanddienstleistungen, davon ausgeht, dass kein Logistiker um eine umfassende Digitalisierung herumkommt, sieht er einen wichtigeren Faktor für ein erfolgreiches Geschäftsmodell: „Ein Konzept sollte immer den Mehrwert für den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Vor allem in der Logistik geht es um Effizienz. Eine Geschäftsidee kann deshalb noch so visionär und originell sein, ohne einen guten USP wird sie am Markt nicht bestehen“, erläuterte Michaelis.

Nachholbedarf bei Datenqualität

Funktionieren könnte eine digitalisierte Logistik, unabhängig vom Geschäftsmodell, aber nur, wenn auch die Qualität der Daten stimme. Hier gibt es aus Sicht der Diskutanten noch erheblichen Nachholbedarf: „Wir haben zwar Lösungen in Petto, um eventuelle Lücken im Datenmaterial zu überbrücken, aber wenn in einem Auftrag nicht einmal die Empfangsadresse für einen Transport steht, sind auch wir mit unserem Know-how am Ende“, so Martin Krajczy.

Impressionen von der Diskussionsrunde finden Sie in unserer Bildergalerie.


Aktuelle Fotostrecke

Die alle zwei Jahre stattfindende Fachmesse automatica gab sich vom 19. bis zum 22. Juni 2018 die Ehre auf dem Messegelände in München. Mit im Messegepäck hatte die Leistungsschau jede Menge...

Logistik-Themen mit ähnlichen Inhalten...

 

© 2018 HUSS-VERLAG GmbH München | Alle Rechte vorbehalten