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Urbane Logistik: Grüne Gewinner

Sieger des Bundeswettbewerbs Nachhaltige Urbane Logistik ausgezeichnet.


Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am 5. Dezember in Berlin die Gewinnerprojekte des Bundeswettbewerbs „Nachhaltige Urbane Logistik“ ausgezeichnet, den das Bundesumweltministerium mit Unterstützung des Umweltbundesamtes ausgerufen hatte. Der Wettbewerb fand erstmals statt und würdigt innovative Logistikkonzepte, die einen Beitrag zu umwelt- und klimafreundlichem Verkehr in Städten leisten. Gewinner sind die Stadt Heidelberg, die Firma Dachser SE, die Technische Hochschule Nürnberg "Georg Simon Ohm" sowie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, das zugleich auch noch mit einem Sonderpreis für ein besonders visionäres Projekt geehrt wurde.

Lösungen für klimafreundlichen Verkehr

„Urbane Logistik ist existenziell für die Menschen und Unternehmen in unseren Städten. Die starken Wachstumsraten etwa bei den Lieferdiensten und der damit verbundene Verkehr sollen die Lebensqualität in unseren Städten nicht mindern. Mit dem Wettbewerb wollen wir daher Lösungen anstoßen, die den städtischen Lieferverkehr umwelt- und klimafreundlicher gestalten“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Lebensqualität verbessern

Auch aus Sicht der Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, bewiesen viele der eingereichten Ideen und Konzepte, wie sich Luftschadstoffe und Lärm in den Städten reduzieren ließen. „Durch umweltfreundliche Lieferkonzepte wird aber nicht nur die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sichtbar verbessert, sondern auch Gesundheit und Innovation gefördert.“

Umweltbelastungen durch Verkehr

„Es ist an der Zeit, dass solche nachhaltigen Logistikkonzepte flächendeckend in unseren Städten eingeführt werden“, befand Krautzberger. Anlass für den Wettbewerb ist der wachsende Lieferverkehr, der nicht zuletzt wegen des weiter zunehmenden Online-Handels entsteht. Denn mit dem Verkehr nehmen auch die Umweltbelastungen zu. So stammt laut Ministerium fast ein Fünftel der innerstädtischen verkehrsbedingten Stickoxid-Emissionen aus Nutzfahrzeugen, von denen viele für die Belieferung von Bewohnern, Geschäften und Unternehmen im Einsatz sind. Hinzu kämen die Belastungen durch Lärm und die Treibhausgasemissionen.

Siebenköpfige Jury

Insgesamt eingereicht wurden 76 Projekte. Die Preisträger wurden nach einer fachlichen Prüfung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) von einer siebenköpfigen Jury aus Fachexpertinnen und -experten ausgewählt, darunter auch Dr. Petra Seebauer, Geschäftsführerin und Herausgeberin der Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE aus dem HUSS-VERLAG. Sie übernahm stellvertretend für die Jury auch die Laudatio für den Gewinner Dachser SE.

Mit gutem Beispiel vorangehen

„Bisher gibt es wenig nachhaltige Lösungen für die Stückgutauslieferung in Innenstädten. Umso wichtiger, dass ein einflussreiches Logistikunternehmen mit hoher Reichweite hier vorangeht und ein wichtiges Beispiel setzt“, begründete Seebauer die Auszeichnung.

16.000 Euro Preisgeld

Für die Gewinnerprojekte war ein Preisgeld von 16.000 Euro und für den Sonderpreis von 6.000 Euro ausgelobt worden.

Die Gewinnerprojekte im Überblick:

  •  „Geräuscharme Nachtlogistik – Geräuscharme Logistikdienstleistungen für Innenstädte durch den Einsatz von Elektromobilität (GeNaLog)“, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML: Das Logistikkonzept verlagert durch die Nutzung von Elektro-LKW einen Teil der Güterverkehre in die Tagesrandzeiten und trägt zur Minderung der Lokalemissionen bei. Durch verkürzte Tourenzeiten und lärmmindernde Optimierungen am Fahrzeug selbst können Lärmemissionen erheblich verringert werden. Durch die Nutzung der Fahrzeuge auch tagsüber werden ganztägig Emissionen eingespart und Fahrzeugflotten können verkleinert werden.
     
  • „Intelligente City Logistik Altstadt“, Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Heidelberg: Das Projekt verbindet Mikrodepots mit der Nutzung von elektrifizierten Lastenrädern und untersucht umfassend eine übertragbare Lösung für die letzte Meile. Dabei werden insbesondere die Einbindung von Kurier-Express-Paket (KEP)-Dienstleistern, rechtliche Fragen und wirtschaftliche Analysen berücksichtigt. Die Stadt ist wesentlicher Impulsgeber und hat eine wichtige Funktion bei der Bündelung der Abstimmung mit den KEP-Dienstleistern.
     
  • „Emissionsfreies Liefergebiet für Stückgutsendungen in Stuttgart“, DACHSER SE: Das Projekt nutzt Elektro-LKW (bis 18 Tonnen) in Kombination mit Lastenrädern und Mikrohubs zur emissionsfreien Auslieferung von Stückgutsendungen, also palettierten Sendungen mit einem Gewicht ab 32 Kilogramm pro Palette, die mit klassischen Paketdiensten nicht versandt werden können. Alle Fahrzeuge sind elektrisch betrieben und die Fahrten werden gezielt von Auszubildenden übernommen.
     
  • Pilotprojekt zur nachhaltigen Stadtlogistik durch KEP-Dienste mit dem Mikrodepot-Konzept auf dem Gebiet der Stadt Nürnberg“, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm: Das abgeschlossene Pilotprojekt nutzte Mikrodepots und Lastenräder für die weitere Verteilung der Sendungen in der Innenstadt. Besonderheit ist, dass die Mikrodepots in Bestandsimmobilien untergebracht waren. Neben der Reduktion von Lokalemissionen stand die ökonomische Effizienz der Maßnahme im Vordergrund, so dass der Einsatz von Lastenrädern eine echte logistische Alternative der Paketzustellung wird.
     
  • „Smart City Loop – Transportalternative für die ‚vorletzte Meile‘ in Ballungsräumen“, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML: Einen Sonderpreis für einen besonders visionären Ansatz bekommt das Projekt, bei dem die Sendungen unterirdisch über Rohrleitung transportiert werden sollen. Die Güterbeförderung erfolgt auf Lastenträgern von City-Hubs am Stadtrand zu Mikrodepots in der Innenstadt. Das System kann auch umgekehrt genutzt werden, zum Beispiel um Leergut, Retouren oder Ähnliches zum Stadtrand zu liefern.

(jr/sln)


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